Und der Schneehang gähnte, der Himmel fiel ein;
Nils dachte: nun schluckt er mich auch mit hinein.
—"Ist er weg?" sagt' es drunten.

Zwei Schneeschuhe ragten und sahen umher,
Aber sahen nicht viel; denn da war nichts mehr.
—"Wo ist Nils?" sagt' es drunten.

LIED DER JUNGFRAU

(Aus dem Drama "Hinke-Hulda")

Guten Morgen, Sonne in grünem Laub!
Jugend strahlst du dem Schluchtengrunde,
Lächeln seinem finstern Munde,
Himmelsgold dem Allweltenstaub!

Guten Morgen, Sonne auf ragendem Schloß!
Lockst seine Jungfraun aus den Hallen;
Leuchtsternlein zünde den Herzen allen,—
Kläre das Leid, das der Nacht entsproß.

Guten Morgen, Sonne am Felsengrat!
Licht gib den Fluren, soweit sie sich strecken;
Laß deine Wärme sie baden, sich recken
Dem Tage entgegen, der dort naht!

DIE TAUBE

(Aus dem Drama "Hinke-Hulda")

Eine Taube sah ich zittern
In eines Sturmwirbels Toben;
Sie ward von Ungewittern
Jäh über die Hochflut gehoben.
Ich hörte sie nicht klagen,
Nicht stöhnen und nicht flehen,—
Die Schwingen fühlt' sie versagen,
Da mußte sie untergehen.