Im Gotenkampfe nordwärts verschlagen wurden wir;
"Leben in Freiheit und Glauben!" ist unser Volkspanier.
Der Gott, der Land und Sprache und alles hat verliehn:
In Werken, die er uns heischet, in Taten finden wir ihn!

Der Vielen und der Kleinen Pflichteifer soll er sehn,
Kampf gilt es gegen alle, die da nicht wollen verstehn.—
Anhebt es wie ein Sausen im Korn am Sommertag
Und geht nun schon als Brausen hin über Wald und Hag.

Es wird zum Sturme wachsen, eh's einer noch erkannt,
Mit Donner in seiner Stimme weit über Meer und Land.
Ein Volk, dem Ruf gehorsam, ist der Erde größte Kraft,
Hat je noch Hoch und Nieder geworfen und hingerafft.

OFFNE WASSER

Offne Wasser, offne Wasser!
Sehnsucht,—bange, winterlange,—
Wird nun gar zum heftigen Drange.
Blaut ein Streifchen kaum im Sunde,
Dehnt zum Monat sich die Stunde.

Offne Wasser, offne Wasser!
Sonne lächelt, nascht vom Eise
Schamlos bald nach Prasserweise.
Läßt sie ab: zur Nacht geschwinde
Trotzig härtet's neu die Rinde.

Offne Wasser, offne Wasser!
Sturm muß her!—er kommt, der Wandrer,
Bringt herauf vom Sommer andrer
Freie Wogen, starke Wellen,—
Krach folgt nach und Sturz und Schnellen.

Offne Wasser, offne Wasser!
Wieder Luft und Berg sich spiegelt,
Schiffen ist die Bahn entriegelt:
Botschaft braust herein von draußen—
Kampffroh steuern wir nach außen.

Offne Wasser, offne Wasser!
Sonnengluten, kühlem Regen
Jauchzt die Erde nun entgegen:
Seele tönet mit und zittert—
Neugeschaffen, kraftumwittert.

FREIHEITSLIED