JOHAN LUDVIG HEIBERG

(1860)

Nun geleiten sie zum Grabe
Ihn, den alten, muntren Gärtner;
Nun gehn Kinder mit der Gabe,
Die sein eigen Beet ihm zog.

Nun steht jener Garten offen,
Drin er unterm Baum gesessen;
Nun sucht unser Blick betroffen,
Ob er dort nicht fürder sitzt.

Leer der Platz. Im schwarzen Kleide
Wandelt eine Frau jetzt einsam
Dort umher in stillem Leide,
Wo sein helles Lachen klang.

Die als Kind erstaunt, voll Sehnen
Durch das Gitter draußen blickte,
Dankt mit großen, schweren Tränen
Nun, daß ihr der Einlaß ward:

Märchen-, Saga-, Geistesflammen
Rauschten um ihn her im Laube;
Leise schwebt sie, sucht zusammen
Jeden Funken für ihr Weh.

Einstmals drang er fern zur Weite,
Dieser alte Herr, der muntre;
Wer gelauscht an seiner Seite,
Hat so manches wohl gelernt.

Denn ihn führten Leben, Schriften
Auf zu dem, was wenige schauen;
Kaum ein Platz in Geistestriften,
Der nicht seine Spuren weist.

Schutz war er in Mannesjahren
Allem Großen, allem Schönen,
Und den stillen Sternenscharen
Folgt' er dann im Gang zu Gott.