DIE ZEDER

Scheik Omar, der grosse Gottesmann, so gross wie Mohammed, der Wundertäter, erging sich eines Tages am Gestade des Roten Meeres, an einem langen Stab gestützt.

Bei dem heiligen Djeddah machte er Halt, dort, wo Gott sich Israel geoffenbart hatte.

An dieser geweihten Stätte ward Omars Auge fernsehend. Er schaute weiter als die Wüste sich dehnte, er schaute über Ägypten hinaus, über Judäa hinaus bis hin zur Insel Patmos.

Dort lag am Fusse eines kahlen Berges Johannes der Täufer und schlief. Denn der grosse Einsiedler ist noch nicht tot. Gott hält ihn hier verborgen. Mit Elias und den anderen Propheten soll er einst wider den Antichrist streiten.

Das Haupt des heiligen Johannes lag in der heissen Sonne.

Scheik Omar, der gewaltige Priester vor dem Herrn, der so gross war wie Mohammed, sah empor zu einer alten, mächtigen, dichtbelaubten Zeder, die sich an seiner Seite erhob. Und Scheik Omar streckte die Hand aus gegen den nördlichen Horizont nach dem Ägäischen Meere hin, gen Patmos.

»Auf und voran, Zeder! Breite deinen Schatten über den schlafenden Mann dort!«

Das Salzgespenst von Sodom und Gomorrha stand nicht starrer als die Zeder, da Omar zu ihr gesprochen.