Wiedererwacht aus einem Halbschlaf, der drei, vier Stunden gedauert hat, sieht er, wie sich graues Morgenlicht auf den Fußboden hinabräkelt, und er hört die treue Amsel singen ...

Fort fliegt sie; führt er die Hand an die Stirn, läßt sie daran herunter und über die Wange gleiten, und die Augen schlagen auf.

Sie blicken auf den weißen Polster unter der Wange, feucht noch von Tränen im Schlaf. — — — — — —

Hat es nur einmal mit diesem elenden Regen sein Ende, ging er auf und ab im Zimmer.

Am Fenster stehend sieht er nach des Kaufmanns Markus Vieldbich altem Haus, es bekommt einen neuen Anstrich. Meergrüner Lack.

Gestern war erst das oberste Drittel meergrün. Heute standen die Anstreicher bereits auf dem Pflaster. Die Arbeit ging unaufhaltsam von statten. Das Gerüste wirkte wie übereinandergestellte Dächer und der Regen konnte die Arbeit nicht behindern.

Er wandte sich vom Fenster weg, da erschreckt er im Spiegel: Die Augen lagen tief in den Höhlen und die Lider waren grau. Und jetzt merkte er erst, daß es ihm zur Gewohnheit geworden war, sie nicht ganz offen zu halten, sah er genau hin, waren tausend Fältchen da. Auch war das Gesicht nicht ganz rein.

Ja, mit ihm war es abwärts gegangen. Er war wie ein winziges Insekt, das an dem heißen Lampenzylinder herabfällt.

Luise? Nein. Seitdem sie von ihm gesagt hatte, mangelnde Galanterie seinerseits hätte sie beide auseinandergebracht, schien sie ihm ein gewöhnliches Wesen. Sie hieß auch gar nicht Luise, wie die Gattin Napoleons, und Mutter des Königs von Rom. Sie hieß Aloisia, nach dem braven Großvater, und spielte falsch auf dem Klavier.