Korogwe (früher Station) liegt auf einem Laterithügel, der sich bis zum Fluß in einer 700 m breiten, gewellten Ebene von braunrother Erde abflacht. Das Dorf gleichen Namens befindet sich auf einer Insel. Am Südufer steigt aus der schlammigen Ebene allmählich das vegetationsreiche Plateau von Useguha empor. Bei Lutyomo (Luchomo), 25 km aufwärts, befindet sich ein beide Ufer verbindender Uebergang. Am nördlichen Ufer (15 km von Korogwe) verwandelt sich nach und nach der Wiesen- und Ackerboden in unfruchtbare Steppe. Ein schmächtiger Savannenwald mit niedrigem Mimosengebüsch fristet ein kümmerliches Dasein dem Fuß der Mafi-Hügel entlang. Der letzte Rest grüner Vegetation hat sich an die Ränder des Flußbettes zurückgezogen.
Bei dem auf einer Insel gelegenen Maurui (436 m) vereinigt der im Pare-Gebirge entspringende Mkomasi sein träges, grün-gelbliches Sumpfwasser mit dem des Pangani. Sein linkes Ufer begleitet zuerst die isolirte Masse des Dassa-Berges und dann die jähen Felsenabstürze des Hauptgebirgsstockes, während sein rechtes Ufer die niedrigen, wahrscheinlich vulkanischen Höhenreihen von Mafi (Yermandia) begrenzen. Er steht mit dem Manga-See, vermuthlich nur während der Regenzeit, in Verbindung. Dieser, 7 km lang, 6 km breit und 3–5 m tief, hat untrinkbares, brakisches Wasser; dürftiges Grün umgibt ihn. Heerden von Antilopen beleben die von den dolomitartigen Zacken der Usambara-Berge und von dem langgestreckten Pare-Gebirge umrahmte Gegend. Culturfähig ist das Thal des Mkomasi am Fuß der Berge; bei Tarawande aber versumpft es auf eine stundenlange Strecke.
Schmale Streifen reicherer Vegetation erwecken die rauschenden Gebirgsbäche bei Masindi und Mombo.
Masindi (512 m), mit der etwas höher gelegenen Residenz des Häuptlings Sembodja, war früher ein bedeutender Handelsplatz, in dem die Wakuafi des Nordens sich mit den Leuten von Pangani begegneten. An der nordöstlichen Ecke des Gebirges, auf den Vorstufen der höchsten Erhebung, haben sich viele Dörfer eingenistet, darunter das größte Mbaramu (488 m) mit 56 Hütten, eine grünende, von Wald und von den Zuflüssen des Umba, dem Mbaramu-Bach und Tëue, umgebene Raststätte der Reisenden.
Von Tarawande, Mombo oder Masindi gelangt man auf ungemein beschwerlichem, doch von erfrischenden Quellen begleiteten Bergpfad zu dem Hauptort des westlichen Usambara, Wuga (1350 m nach Burton, 1410 m nach New, 1209 m nach Lt. Weiß), in frühern Zeiten (unter Kimweri I.) der Hauptort von ganz Usambara.
Die Landschaft ist durchaus verändert. Eine kühlere Luft weht selbst im heißen Februar über die gewellte Fläche; frei ist der Umblick, den Pangani hinab, nach den Ebenen von Useguha und hinüber zu den fernen Bergen von Pare; im Norden schließen die nahen felsgekrönten Häupter von Mlalo, der Watëue und Schegeserai (2000 m), den Horizont ab. Röthlicher Boden mit sammtartigem Gras, mit Farrn und Eriken überdeckt die kesselartigen Mulden; dazwischen lagern sich, von rieselnden Bächen befeuchtet, Felder von Taback, Bananen und Zuckerrohr. Der Boden enthält nach Dr. K. W. Schmidt 48,3% Sand und 50,7% thonhaltigen Staub, Phosphorsäure 0,35% und Humus 6,33%; er wäre demnach auch zur Kaffee- und Cacaokultur geeignet. Waldlos erstreckt sich die hauptsächlich als Weideland benutzte Gegend: nach Osten gegen den Luengera, im Norden nach Kwambugu und Mlalo. Den Nordostrand des Gebirges begleitet ein weniger fruchtbares, gering bevölkertes Steppenland bis zu den kahlen Gomeni-Bergen und den Quellen des Kumba. Unmittelbar südlich, in der Richtung des untern Laufes des Luengera, öffnen sich in kurzer Entfernung schluchtartige Thäler mit hohen Felswänden.
Der Ukumbine mit dem Udofu.
Der Fluß Ukumbine, welcher in die Tangata-Bai bei Tongoni mündet, und der Udofu (Mkulumusi), welcher sich in die Bucht von Tanga ergießt, entspringen in den zwei Tagemärsche von der Küste entfernten Vorbergen. Beide Flüsse sind nicht schiffbar. Der Ukumbine trocknet in den heißen Monaten ein, der stürmische Udofu überschwemmt in der Regenzeit ringsum das Land. Der Boden, unmittelbar an der Küste schlammig, erhebt sich langsam zu einigen gutbebauten Gefilden; er wird, in die Nyika-Ebene eintretend (60 m ü. d. M.), zu einem unregelmäßig breiten Streifen von Savannenwald und dornigem Dschungel, der in gleicher Beschaffenheit sich südlich bis nach Madanga fortsetzt. In der Höhe von Umba (150 m) verwandelt er sich in ein kalkhaltiges, mit marinen Fossilien vermengtes, welliges und äußerst fruchtbares Terrain. Kokoswälder, Korn-, Reis-, Bananen- und Zuckerrohrpflanzungen überdecken das Land. Versteckt in vereinzelten Waldungen liegen die Dörfer. Das Gebirge steigt jählings empor: der isolirte Pambili (600 m) und die zusammenhängende, mit Gehöften übersäete Kette der bewaldeten Höhen von Magila, mit dem Felsendom Mlinga (1050 m), mit dem Kituli (930 m) und mit den südlichsten Spitzen, dem Manga (590 m) und Mgambo (660 m).
Am Fuße der letztern steht die englische Missionsstation Magila (180 m ü. d. M.) in quellenreicher Gegend mit ausgedehnten Reisfeldern in den tiefern Mulden. Hier ist auch der Herrschersitz Kibanga’s, des Häuptlings von Süd-Usambara.
Das Gebiet, welches der Ukumbine und der Udofu durchströmen, ist die durch keine Grenzen bestimmte Landschaft Bondei. Nicht nur durch Wasserreichthum, sondern auch durch vortreffliche Bodenbeschaffenheit wird sie zu den üblichen Culturen und zum Plantagenbau begünstigt. Der Boden besteht nach Dr. K. W. Schmidt aus sehr feinkörnigem lehmigen Sand und reichlichem Humus (63,9% Sand, 35,6% thonhaltiger Staub, 0,17% Phosphorsäure und 2,61% Humus).