Briefe von Dir treffen mich noch hier...
Ich komme mir manchmal wie ein rechtes Rindvieh vor, Gottlob sind das nur vorübergehende Stimmungen...
Schreibe mir noch einmal hierher, wie ich Dich bereits im vorigen Briefe gebeten.
Jenes feuchte, kleine Atelier nehme ich nicht, man kann sich dort den Tod holen[6]. Jetzt warte ich noch bis Anfang nächster Woche, dann muss ich weg.
Heute gehe ich zu den Antiken.
Dein Anselm.
Liebe Mutter!
Als kurze Antwort auf deinen wohlgemeinten Brief kann ich nur sagen, dass mir München das Liebste wäre, doch wird es am Ateliermangel scheitern, so wie es Knaus ging. Ich bin deshalb immer auf den Beinen und habe auch Auftrag gegeben. Ich kann nicht mehr thun. Hier stünden mir alle Hilfsmittel zu Gebote und wenn ich Etwas auftreibe, so wäre ich gleich bei der Hand.
Genelli hat geschrieben und ich habe Gelegenheit gehabt über Weimar so viel zu hören, dass mir die Lust ein für allemal vergangen ist...
Was Rom betrifft, so ist Ende November noch nichts verloren, und schreibt Riedel günstig, so wäre kein Hindernis.