»Weiter nicht? Und doch konnte ich keine Spur von Häusern erblicken.«

»Das liegt an der Beschaffenheit des Bodens.« Vielleicht hatte er sie gar nicht beleidigen wollen. Bei dieser Erwägung wurde sie wieder fast liebenswürdig und setzte ihm auseinander, daß das Dorf in einer Talmulde läge.

»Der Ort ist hoffentlich nicht so klein, daß er kein Wirtshaus hat?«

»Nein — sogar zwei.«

Sie blickte wieder seewärts und fuhr in verändertem Tone fort: »Wir werden nicht mehr lange gefangengehalten werden: die Wolken teilen sich, der Regen wird gleich vorüber sein.«

Sie hatte recht, denn wenige Minuten später schien die Sonne, und Meer und Himmel waren blau. Wie sie ihm in die Höhle vorangegangen war, so übernahm sie auch jetzt wieder die Führung den abschüssigen Gang und die drei Felsenstufen hinauf, durch das dichte Ginstergestrüpp, das den Eingang verbarg, bis sie wieder auf der Klippe oben standen. Hier nahm der Fremde ernst den Hut ab und verneigte sich vor ihr. Sie hatte ihm diesmal nicht die Hand gegeben.

»Noch einmal tausend Dank,« sprach er. »Sie gehen, — entschuldigen Sie, — nicht denselben Weg wie ich?«

»Nein.«

Sie lächelte, und in ihren grauen Augen blitzte es schelmisch auf. »Dorthin führt mein Weg,« sagte sie leichthin und deutete schräg über die Halde auf eine dichte Baumgruppe, »und Sie können den Ihren nicht verfehlen. Geradeaus! Adieu!«

»Einen Augenblick, bitte! Ich fürchte, ich habe einen Verstoß begangen. Wenn das der Fall ist, so müssen Sie das, bitte, meinem Leben in Australien zugute halten. Ich habe Ihre Güte angenommen und müßte Ihnen sicherlich meinen Namen nennen.«