»Nicht, ehe Frau Young kommt. Dann aber, sobald ich kann. Ist Ihnen das recht?«

»O ja!« Sie blickte von ihm fort. »Ich wollte nur vorschlagen, daß es besser wäre, wenn Sie nach Lady Agathe anstatt nach Sir Jasper fragten. Und wenn Sie zu früh kommen, so wird sie noch nicht unten sein.«

Sie hatte ganz vergessen, wie sie ihm in ihrem Ärger und ihrer Verwunderung mit dürren Worten gesagt hatte: »Sir Jasper kann Sie nicht leiden!« und errötete jetzt in peinlicher Verlegenheit bei dem Gedanken, er könne durchschauen, weshalb sie diesen Vorschlag mache, denn sie ahnte nicht, daß er ebensoviel wußte, wie sie ihm sagen konnte. Er verstand das und antwortete vorsichtig, damit sie solche Kenntnis nicht bei ihm voraussetzen sollte:

»Ich hätte sowieso nach Lady Agathe gefragt. Es freut mich, daß es das Richtige gewesen sein würde. Vielleicht könnte ich vorschlagen, daß Fräulein Mortlake Sie mit dem Wagen abholte? Was meinen Sie dazu?«

»O, Cis wird sicherlich kommen.« Sie ergriff das Licht. »Ich danke Ihnen, Herr Leath. Nun will ich Ihnen gute Nacht wünschen.«

»Ich werde Ihnen den Weg zeigen.«

Er ging mit ihr über den schmalen Korridor, machte die Tür auf und ließ sie eintreten.

»Ich will hier einen Augenblick warten,« sagte er ruhig, »während Sie Umschau halten, ob Ihnen irgend etwas fehlt. In dem Falle kommen Sie und sagen es mir, damit ich es Ihnen bringen kann, wenn es hier zu beschaffen ist.«

Es fehlte an nichts, und nach einem Weilchen steckte sie den Kopf durch die Tür, ihm das zu sagen, gab ihm die Hand und wünschte ihm Gutenacht. Dann machte sie die Tür zu, und er kehrte wieder ins Wohnzimmer zurück, wo er gleich darauf die Lampe auslöschte und sich aufs Sofa streckte, den Revolver dicht neben sich, wie er manch liebes Mal unter dem weiten blauen australischen Himmel getan. —

Ein fast ebenso blauer Himmel grüßte ihn, als er am nächsten Morgen erwachte — das Gewitter war ganz vorüber, und die Sonne schien hell. Er stand leise auf und horchte an der Schlafstubentür, aber außer Gräfin Florences leichtem Atmen, das sein scharfes Ohr vernahm, ließ sich drinnen kein Laut hören. Sie schlief anscheinend. Er schob den Riegel der Haustür vorsichtig zurück, damit er sie nicht störe, und verbrachte die Zeit, die bis zu Frau Youngs Eintreffen verging, damit, im Sonnenschein auf und ab zu gehen.