»Das will ich nicht sagen; es würde unwahr sein. Aber ich werde die Nachforschungen nie einstellen.«
»Und Sie sind entschlossen, in jedem Falle von hier fortzugehen?«
»Ja. Es war verkehrt, hierherzukommen, und noch mehr, zu bleiben,« antwortete Leath finster und in bitterem Tone. »Je eher ich fortkomme, um so besser ist es für mich.«
Sein Mund war herb geschlossen, die Stirn gerunzelt, ein dunkles Rot stieg in seine gebräunten Wangen. Mit plötzlich verändertem Ausdruck in den eigenen Zügen stand Sherriff auf und legte dem Freunde die Hand auf die Schulter.
»Leath,« sprach er, »ich habe damals doch recht gehabt. Sie ist Ihnen nicht gleichgültig?«
Leath drehte den Kopf, begegnete eine Sekunde dem Blicke des anderen und sah dann fort.
»Ich bin ein Narr!« sagte er.
Das Schweigen, das eintrat, dauerte lange. Leath brach es. Er raffte sich aus seinem Brüten auf und wandte sich vom Fenster ab. Hätte der alte Herr beabsichtigt, auf seine letzten Worte zurückzukommen, so würde sein Ausdruck ihn davon zurückgehalten haben. Seine unglückliche und hoffnungslose Liebe zu Florence Esmond sollte ohne ein weiteres Wort zwischen ihnen begraben sein.
»Ich will jetzt gehen,« sagte er, »Sie haben morgens immer zu tun, wie ich weiß. Vielleicht wird ein scharfer Ritt meine trüben Ahnungen verscheuchen.« —
Herr Sherriff konnte seine Gedanken nicht auf seine Arbeit konzentrieren. So viele Befürchtungen, so viele sorgenvolle Erwägungen waren seit Jahren nicht auf den alten Mann eingestürmt. Florence Esmond hatte seit langem seinem Herzen so nahe gestanden, wie eine Tochter nur hätte stehen können, und er wußte jetzt, daß ihm Everard Leath fast so teuer wie ein Sohn geworden war.