Der Abhang, den er hinabsteigen mußte, war so steil, daß der einsame Wanderer fast in die Schornsteine des Dorfes hinabsehen konnte. Er ließ sich von einem Manne im Arbeitskittel, der Wasser aus einem Brunnen schöpfte, zurechtweisen und betrat bald die niedere Gaststube der Chichester Arms.

Die rosige und behäbige Wirtsfrau, die eilfertig zu seinem Empfange herbeikam, führte ihn in ein kleines sauberes Wohnzimmer mit getäfelten Wänden und einer Holzdecke, einem Paar blitzblanker Butzenscheibenfenster, einer Fülle leuchtendroter Geranienstöcke und riesigen kissenbedeckten Windsorstühlen.

Er hatte sich kalten Aufschnitt und Tee bestellt, und nachdem er sich in einem fünfeckigen Schlafzimmer von dem Reisestaub gesäubert hatte, setzte er sich und wartete darauf.

Als er mit der müßigen Neugier, die einem Menschen, der sich an einem fremden Orte befindet, natürlich ist, aus einem der Fenster schaute, sah er einen etwa achtzehnjährigen blonden Burschen vors Haus reiten. Mit schnell erwachtem Interesse in den Zügen wandte er sich an das Mädchen, das gerade die letzten Schüsseln hereinbrachte und auf seinen Tisch stellte, mit der Frage:

»Wissen Sie, wer das ist?«

»Das, gnädiger Herr?«

Das Mädchen steckte ihr blühendes Gesicht durch die Geranien und erhielt sofort einen fröhlichen Gruß von dem Reiter.

»O freilich — das ist Herr Roy!«

»Ah!« Ein Lächeln überflog Leaths ernste Züge. »Das sagt mir nicht viel. Wer mag Herr Roy sein?«

»Er ist Sir Jaspers Sohn, gnädiger Herr. Er ist sein Einziger. Außerdem ist noch Fräulein Cäcilie da.«