»Ruhen lassen?« Er wandte sich vom Fenster fort. »Das ist leicht gesagt — aber vielleicht nicht ebenso leicht getan. Gütiger Himmel, Florence, begreifst du denn nicht, daß die Geschichte dieses — dieses unseligen Vorfalls vielleicht schon in Rippondale in aller Leute Mund ist?«

»Sehr wahrscheinlich,« gab sie kaltblütig zurück.

»Wahrscheinlich? Es ist fast unvermeidlich. Ja, es ist unvermeidlich! Die Dienstboten hier müssen davon wissen!«

»Allerdings müssen sie das! Zwei von ihnen kamen mit dem Wagen, um mich heute morgen von Lychet Hut abzuholen. Und die Frau, die Herrn Leath den Hausstand führt, muß es wissen. Sie sorgte heute morgen für mein Frühstück.«

»Das heißt also, daß sie alle jedem ihrer elenden Bekannten davon erzählen und ihren gemeinen Kommentar dazu abgeben!« rief Chichester. »Und du verlangst, daß ich von dem Thema abbreche — sagst, daß du es satt hast! Großer Gott! Wir alle, wie wir da sind, werden es noch satt bekommen, ehe es abgetan ist!«

Er war auf und nieder geschritten und blieb jetzt vor ihr stehen.

»Florence, du scheinst nicht im geringsten zu begreifen, welch unglückselige Sache es ist!«

Sie sagte nichts, sie blickte ihn nur an. In seinem gereizten Zustande nur mit sich selbst beschäftigt, war er unfähig, die grenzenlose Verachtung, die in diesem Blick lag, zu lesen. Hätte er es vermocht, so hätte er sich vielleicht jetzt noch beherrscht. Er fing wieder an, auf und nieder zu gehen.

»Dein Name in aller Leute Mund zusammen mit dem jenes Menschen! Und man weiß, daß du ihn getroffen — dich mit ihm unterhalten hast! Das macht es noch schlimmer — das gerade ist das Allerschlimmste. Wenn das nicht wäre, so würde wohl mit dieser Sache selbst, in der ich dir keine Schuld beimesse, fertig zu werden sein. So aber ist es unmöglich. Es ist mir ganz schrecklich! Es ist unerträglich, entsetzlich, daß dein Name — der Name meiner zukünftigen Frau — der Name der Herrin meines Hauses — auch nur durch einen Hauch getrübt werben sollte!«

Er blieb wiederum vor ihr stehen.