Everard verneinte und sagte, er wisse zufällig, daß das Unwohlsein des Alten durch eine ganz andere Gemütsbewegung verursacht worden sei.

»Eine andere Gemütsbewegung?« fragte sie und wurde plötzlich sehr bleich. »Er hält viel von mir,« fuhr sie mit leicht bebender Stimme fort, »haben Sie ihm etwa erzählt, daß meine Verlobung zurückgegangen ist?«

»Nein — ich habe nichts davon erwähnt.«

Sein schroffer Ton und seine Wortkargheit schienen ihr endlich aufzufallen; sie blickte ihn betroffen an. Hatte er etwas übelgenommen? Es sah so aus, und des gestrigen Tages gedenkend, wollte sie nicht, daß er sich gekränkt fühlen sollte. War er nicht schließlich freundlicher gewesen als Lady Agathe, ritterlicher als ihr eigener Verlobter? Bei dem Gedanken ballten sich ihre Hände.

»Es lag kein Grund vor, weshalb Sie es nicht hätten erwähnen sollen,« sprach sie ruhig. »Die Umstände sind nicht gewöhnlicher Art.« Sie hielt inne. »Ich bin gekommen, ihm vor meiner Abreise selbst zu sagen, daß ich Herrn Chichester sein Wort zurückgegeben habe.«

»Vor Ihrer Abreise?« wiederholte er.

»Ja.« Mit einem leichten, verächtlichen Lächeln zuckte sie die Achseln. »Es ist für mich jetzt kein sehr angenehmer Aufenthalt in Turret Court, und meine Gegenwart macht die Sache noch unliebsamer für meine Tante und meine Cousine. Ich habe sie beide lieb, aber augenblicklich bin ich böse auf sie, und daher ist es besser, wir trennen uns vorläufig. Erst gehe ich zu Freunden nach London und werde dann wahrscheinlich in acht bis vierzehn Tagen mit der Herzogin von Dunbar in Pontresina zusammentreffen. Wollen Sie das, bitte, Herrn Sherriff mit einem herzlichen Gruße bestellen für den Fall, daß ich vor meiner Abreise ihn nicht mehr sehen sollte?«

Leath murmelte etwas Unverständliches, was sie als eine Bejahung auffaßte.