Er fuhr aus seinem Stuhle empor, dessen Armlehnen er krampfhaft umklammerte, während er sie ungläubig anstarrte. Sie sprach in demselben ruhigen, entschlossenen Tone weiter:
»Ich habe versprochen, seine Frau zu werden, weil er mir sein Wort gegeben hat, in dem Falle den Namen Robert Bontine nie wieder zu erwähnen. Ich mache mir nichts aus ihm — werde mir nie etwas aus ihm machen, aber ich weiß, daß man sich auf ihn verlassen kann, weiß, daß er sein Wort halten wird. An unserem Hochzeitstage soll ich die Beweise, von denen ich sprach, eigenhändig den Flammen übergeben, — das hat er mir auch versprochen. Ich werde meinem gegebenen Worte nicht untreu werden, und er auch nicht. Solltest du dich etwa wundern, weshalb ich es ihm gab, so weißt du die Antwort, denke ich — ich habe Tante Agathe und ihre Kinder sehr lieb.«
Es trat ein Schweigen ein. Etwas wie aufdämmerndes Verständnis, wie eine gewisse Erleichterung zeigte sich auf dem Antlitz des Mannes im Lehnstuhle. Langsam kehrte die Farbe in seine Wangen zurück. Florence hatte den Kopf auf die Hände sinken lassen. Nach einer Weile erhob sie sich und schritt auf die Türe zu. Ein bitter ironisches Lächeln zuckte um ihre Lippen, als sie noch einmal stehen blieb und sprach:
»Noch etwas bleibt mir zu sagen übrig, ehe ich gehe. Ich fürchte, es ist kaum wahrscheinlich, daß die Herzogin mit meiner Verlobung zufrieden sein wird. Everard Leath, der irgendwo in Australien zu Hause ist, ist keine so annehmbare Partie für mich wie Talbot Chichester von Highmount. Es ist möglich, daß sie ihre Einwilligung versagen wird. In dem Falle ist es mir lieb, zu wissen, daß die Zustimmung meiner Vormünder mir den Besitz meines Vermögens sichert und daß du, Onkel Jasper, die deinige nicht verweigern wirst.«
Sie verließ ihn ohne ein weiteres Wort und ging die Treppe hinauf, um sich in ihr Zimmer zu begeben. Sie fühlte, daß es mit ihrer Selbstbeherrschung vorbei sei, daß sie der Ruhe und Einsamkeit bedürfe. Auf der Schwelle des Gemaches traf sie Cis, die es gerade verließ.
»O, Florence, da bist du ja!« rief sie.
Es war so dunkel im Korridor, daß sie das Gesicht ihrer Cousine nicht deutlich sehen konnte.
»Ich wunderte mich, wo in aller Welt du nur stecken könntest! Weshalb hast du nicht im Bungalow auf mich gewartet? Du kannst dir mein Erstaunen vorstellen, als ich dort ankam und hörte, du seiest fort.«
»Ja — ich kann mir denken, daß du erstaunt warest, Cis.«