Lady Agathe lächelte matt.
»Gewiß, Honoria. Du wirst dich erinnern, daß ich dir das in meinem Briefe mitteilte.«
»Und ich glaubte deinem Briefe nicht. Aber ich finde, daß es wirklich der Fall ist. Er willigte ein und weigert sich — weigert sich, — anderen Sinnes zu werden!«
»Das habe ich gar nicht anders erwartet, Honoria. Er ist so herrschsüchtig, besteht so sehr auf seinem Willen — das weißt du doch! Ich machte ihm einmal Vorstellungen, soweit ich konnte,« sagte Lady Agathe in abbittendem Tone, »und er wollte nicht auf mich hören. Er hat sich in der letzten Zeit verändert, oder ich habe es mir eingebildet; er ist wechselnder in seiner Stimmung und schroffer als je. Er —«
»Verändert? Ich habe nie in meinem Leben eine solche Veränderung bei einem Menschen gesehen! Er sieht aus wie sein eigenes Gespenst. Was fehlt ihm eigentlich?«
»Ich kann es dir nicht sagen. Er hat mir nichts mitgeteilt und wollte nicht auf mich hören, als ich ihn vor einiger Zeit bat, einen Arzt zu Rate zu ziehen. Um auf das zurückzukommen, von dem wir sprachen, so scheint er allerdings zu wollen, — ich möchte fast sagen, zu wünschen, — daß Florence Herrn Leath heiratet. Natürlich ist er keine Partie für sie.«
»Partie? Gütiger Himmel, wer ist der Mensch?« rief die Herzogin.
»Ich kann es dir wirklich nicht sagen. Er ist ein Australier, glaube ich. Er kam nach St. Mellions und ließ sich dort vor etwa einem Vierteljahr häuslich nieder, und —«
»Ja, ja, das habe ich alles schon gehört!« fiel ihr die andere ungeduldig ins Wort. »Und Sir Jasper — was ihm gar nicht ähnlich sieht! — war wohl unklug genug, einen Narren an ihm zu fressen?«
»Nein, nein — durchaus nicht. Ganz im Gegenteil. Du irrst dich, Honoria. Sir Jasper mochte Herrn Leath nicht leiden. Ja, er wurde sehr böse mit Roy, weil er die Bekanntschaft fortsetzte. Er schien unerklärlicherweise etwas gegen ihn zu haben.«