»Nun, Herr Leath!«
»Nett? Nein — unausstehlich!« sagte Florence schroff. »Ich bin schrecklich müde und muß zu Bette gehen. Gute Nacht, mein Herz!«
5.
Unter der schattigen Veranda des Bungalow, wo Gräfin Florence gesessen und mit dem freundlichen alten Hausherrn geplaudert hatte, standen wieder die beiden bequemen Korbstühle; Herr Sherriff saß in dem einen, Everard Leath in dem anderen. Die Blumenbeete draußen lagen im hellen Morgensonnenschein. Leath war vor einer halben Stunde zu einem Plauderstündchen gekommen. Obgleich er noch nicht vierzehn Tage in St. Mellions weilte, war die Zuneigung des Alten, von der er zu Florence gesprochen, täglich gewachsen. Er hatte ihm gerade gesagt, wie große Freude ihm, dem einsamen Manne, der Verkehr mit Leath gewähre, da er außer dem Pfarrer kaum je einen Besuch hatte, obwohl ihm die guten Leute ringsum, denen er manchen kleinen Dienst hatte erzeigen können, alle freundlich gewogen seien.
»Sie sehen aber doch Gräfin Esmond mitunter?«
»Gräfin Florence? Das ist wahr. Im Augenblick war ich undankbar genug, sie fast zu vergessen. Sie kommt öfter, als man es in Turret Court gern sieht, glaube ich. Aber seit der Zeit, daß sie kurze Kleider trug, hat sie mich liebgehabt, und was mich anbetrifft, so könnte ich kaum mehr von ihr halten, wenn sie meine Tochter wäre.«
»Sie ist eine Waise, wenn ich recht verstanden habe?«