Der Weg über die Halde von St. Mellions nach Turret Court war lang, und in der Glut der Junisonne war es ein sehr heißer Weg, aber Leath, der an sehr viel heißere und längere Märsche gewohnt war, legte ihn schnell und leicht zurück.
Am großen Einfahrtstor angekommen, blieb er zögernd stehen und schritt dann auf eine nur angeklinkte Pforte in der hohen roten Mauer zu, durch die er eintrat und gemächlich den Weg nach dem Hause einschlug. Ehe er hundert Meter zurückgelegt hatte, blieb er stehen. In geringer Entfernung von ihm, mit verschlungenen Armen, nach junger Mädchen Art, in lebhaftem Geplauder, schlenderten zwei Damen dahin; in der einen erkannte er sofort die junge Gräfin, während er die andere für Fräulein Mortlake hielt. Als er stehen blieb, drehte die erstere zufällig den Kopf seitwärts und erkannte ihn ebenso schnell, wie er sie erkannt hatte. Der Ausruf des Staunens, der ihr entfuhr, so leise er auch war, veranlaßte Cis, sich ebenfalls umzuwenden.
»Wer ist das, Florence?« fragte sie verwundert.
»Jener Mensch.«
»Welcher Mensch?«
»Leath.«
»O!« Cis blickte sich wieder um. »O, das ist er also?« sagte sie mit Interesse. »Was mag er nur wollen?«
»Das kann uns kaum interessieren. Laß uns nicht stehenbleiben, mein Herz! Wir tun, als hätten wir ihn nicht gesehen!«
»Warum denn?« widersetzte sich Cis. »Er sieht sehr nett aus, finde ich,« flüsterte sie, »und ich bin davon überzeugt, daß er weiß, — wissen muß, — daß wir ihn gesehen haben. Sei so gut, Florence, und stelle ihn mir vor. Da kommt er. Jetzt mußt du mich ihm vorstellen!«
Leath schritt nach kurzem Zögern auf die Damen zu und nahm vor Florence den Hut ab.