I. ist das Blatt einer Pflanze, die mit Kochsalz, II. mit Kaliumsulfat, III. mit Kaliumkarbonat und IV. mit Kaliumphosphat gefüttert war. Auffallend sind hier die unregelmäßige Blattform und die sehr langen Spitzen an den Blättern. Hierbei ist es von Interesse zu wissen, dass die Pflanzen im Schatten gestanden haben; dasselbe ist bei Pflanzen beobachtet worden, die unter normalen Ernährungsverhältnissen im Schatten gestanden haben, wenn auch in weit geringerem Masse. Am 1. September wurden alle diese Pflanzen mit infektionstüchtigem Gewebesaft in die Hauptnerven eines Blattes geimpft. Alle Pflanzen wurden krank, jedoch nicht in derselben Zeit. Trat früher die Krankheit in der Regel nach drei Wochen ein, so war dies bei der Kainitfütterung erst viel später der Fall. Wenn auch sicherlich Kainit und Thomasphosphat die Pflanzen gegen die Fleckenkrankheit nicht schützen können, so scheint doch eine Abschwächung des Giftes eingetreten zu sein. Im Laufe der Wochen sah ich dann auch bei den drei übriggebliebenen Pflanzen die Flecken kleiner werden, einige selbst ganz verschwinden, ohne dass die anderen Krankheitserscheinungen auftraten. (Fig. 13 C.)

Durch diese Fütterungsversuche wurde also das Ziel noch nicht erreicht. Ein ganz anderes Resultat aber hatte der folgende im Grossen angestellte Versuch.

Es drängte sich die Frage auf, ob es möglich wäre, ein Feld, auf dem jedes Jahr die Krankheit sich an beinahe allen Pflanzen zeigte, zu desinfizieren und zwar durch einen Stoff, der ätzend wirkte. Das Mittel musste so gewählt werden, dass die zukünftige Ernte nicht darunter zu leiden hatte. Das Gift musste also durch Zersetzung wieder unwirksam werden. Herr N. van Os in Amerongen, der sich lebhaft für die Sache interessierte, hat diesen Versuch mit sehr günstigem Erfolg im Grossen ausgeführt. Im Februar 1898 wurde auf das am stärksten infizierte Feld, wo jedes Jahr beinahe alle Pflanzen erkrankten, ungelöschter Kalk in einer Menge von 10 hl. pro Hektar gebracht. Nach Verlauf einiger Wochen wurde das Land umgearbeitet und im Monat Mai die jungen Tabakspflänzchen eingesetzt. Jedes Jahr hatte die Krankheit sonst fast alle Pflanzen befallen; diesmal war dies nicht der Fall: die Zahl der erkrankten Pflanzen betrug nur 7%.

Weiter sind von Herrn van Os auf mein Ersuchen im vergangenen Jahre eine grosse Anzahl Düngversuche angestellt worden, wofür ich ihm hier meinen herzlichen Dank ausspreche. Die Versuche erstrecken sich nicht auf einige Pflanzen, sondern auf einen halben Hektar. Folgende Tabelle giebt eine Übersicht der Versuche und ihrer Ergebnisse:

Feldversuche mit Bezug auf die Fleckenkrankheit.

Krank-KrankheitKrankheit
Dünger. Gewächs 1898.heit iminim Gewächs
Gewächs.»zuigers«[K].1897.
I. Torfstreu-Pferdemistgut.3%.alle.keine.
70 000 K. pr.ha.
II. Torfstreu, Kainitprächtig, schwererkeine.keine. 10%.
700 Kilo, Schlacken-Tabak, steht dun-
kel auf dem Feld
und ist nach Trock-
nen von guter Farbe
III. Torfstreu, Peruguanoetwas wenigerkeine30%10%
500 Kilo.als II.
IV. Frischer Schweine-gut, doch kleineskeine.keine.keine.
mist 70 000 Kilo,Blatt.
Kali 500 Kilo
V. Frischer Schweine- gut. keine. sporadisch. Erbsen,
mist 70 000 Kilo,Karoten
Heiderasen, ohnegebaut.
Patent Kali.
VI. Torfstreu, Patentkeine grossenkeine.30%keine.
Kali 500 Kilo.Pflanzen, Farbe
nicht besser als
da, wo kein Patent
Kali gebraucht
worden ist.
VII. Pferde Kuhmistgut.keine.keine.keine.
100 000 Kilo,
Heiderasen,
VIII. Schafmist 70 000 K.gutes, kräftiges2%15%5%
Blatt.
IX. Torfstreu - Ruthgut. keine.20%.keine.
X. Torfstreu-Kalkgut.7%40%100%
(CaO) 10 HL.
XI. Compost-FäkalienFarbe nichtvorzüglichkeine.keine.keine.
45 000 Kilo, Peru-gefarbtes Blatt.
guano 500 Kilo.

Aus diesen Versuchen erhellt, dass in Bezug auf die Fleckenkrankheit mit Kainit und Thomasphosphat ein ausgezeichnetes Resultat erreicht worden ist.


Eine gleich günstige Wirkung halten die Düngstoffe, die mit Heiderasen gemengt waren. Die Verwendung von den genannten Düngstoffen und von Erde, die wie der Heideboden von einem reinen Terrain herstammt, kann ebenso wie die Anwendung von ungelöschtem Kalk empfohlen werden.