[§. 82.]

4. Magnesia.

a. Auflösung.

Von den Magnesiaverbindungen lösen sich viele in Wasser; die darin unlöslichen werden (mit Ausnahme einiger Silicate) von Salzsäure aufgenommen.

b. Bestimmung.

Die Magnesia wird nach §. [53] entweder als schwefelsaure, als pyrophosphorsaure oder als reine Magnesia bestimmt.

Man kann verwandeln in:

1.Schwefelsaure Magnesia:
a.direct: Alle Magnesiaverbindungen mit flüchtigen Säuren, sofernkeine sonstige nichtflüchtige Substanz zugegen ist.
b.indirect: Alle in Wasser löslichen Magnesiaverbindungen und solchedarin unlösliche, welche sich unter Abscheidung ihrer Säure inSalzsäure lösen (im Falle keine Ammonsalze zugegen sind).
2.Pyrophosphorsaure Magnesia:
Alle Magnesiaverbindungen ohne Ausnahme.
3.Reine Magnesia:
a.Magnesiasalze mit organischen Säuren, oder mit leichtflüchtigen unorganischenSauerstoffsäuren.
b.Chlormagnesium und die Magnesiaverbindungen, welche sich indieses verwandeln lassen.

Die directe Bestimmung als schwefelsaure Magnesia ist, wo sie angeht, sehr zu empfehlen. — Die indirecte Bestimmung dient nur bei einigen Trennungen und wird wo möglich vermieden. — Die Bestimmung als pyrophosphorsaure Magnesia ist am häufigsten in Gebrauch, namentlich auch bei Scheidung der Magnesia von anderen Basen. Wir werden unten sehen, dass diese Methode früher ohne allen Grund als ungenau bezeichnet worden ist. — Die Bestimmung der Magnesia als reine Magnesia aus dem Chlormagnesium wendet man in der Regel nur zur Trennung der Magnesia von den fixen Alkalien an. — Verbindungen der Magnesia mit Phosphorsäure werden nach §. [106] analysirt.

1. Bestimmung als schwefelsaure Magnesia.