Man kann zweckmässig verwandeln in
| 1. | Bleioxyd: | |
| a. | Durch Fällung: Die in Wasser löslichen Bleisalze und diejenigenunlöslichen, deren Säure beim Auflösen in Salpetersäure entferntwird. | |
| b. | Durch Glühen: α. Bleioxydsalze mit leichtflüchtigen oder zersetzbarenunorganischen Säuren. — β.Bleisalze mit organischenSäuren. | |
| 2. | Schwefelsaures Bleioxyd: | |
| a. | Durch Fällung: Die in Wasser unlöslichen, in Salpetersäure löslichenSalze, deren Säure sich aus der Lösung nicht entfernen lässt. | |
| b. | Durch Abdampfen: α. Sämmtliche Oxyde des Bleies, sowie dieBleioxydsalze mit flüchtigen Säuren, ferner Jod- und Brom-Blei. —β. Manche organische Bleiverbindungen. | |
| 3. | Chromsaures Bleioxyd: | |
| Die in Wasser oder Salpetersäure löslichen Bleiverbindungen. | ||
| 4. | Chlorblei: | |
| Chromsaures Bleioxyd, Jod- und Brom-Blei. | ||
| 5. | Bleioxyd + Blei: | |
| Viele organische Bleiverbindungen. | ||
| 6. | Schwefelblei: | |
| Sämmtliche gelöste Bleisalze bei Scheidungen. | ||
In dieser übersichtlichen Darstellung sind für die verschiedenartigen Bleiverbindungen die Formen angegeben, in welche man sie behufs der Bleibestimmung zweckmässig überführt. Es soll jedoch damit nicht gesagt sein, dass nicht auch andere Verbindungen als die speciell verzeichneten nach der oder jener Methode zweckmässig bestimmt werden könnten, — so lassen sich z. B. sämmtliche sub 1 genannten Verbindungen auch als schwefelsaures Bleioxyd, alle sub 1, 2 und 5 angeführten als Schwefelblei bestimmen etc. — Chlorblei verwandelt man, sofern man nicht vorzieht, es in Wasser zu lösen, behufs seiner Analyse am zweckmässigsten durch Reduction mit Wasseratoffgas nach der §. [91] für Chlorsilber angegebenen Methode in metallisches Blei. Man trage dabei Sorge, es nicht zu stark zu erhitzen, weil sich sonst etwas Chlorblei verflüchtigt. — Die Bleisuperoxyde gehen durch Glühen in Bleioxyd über. Dieser Umstand giebt ein Mittel zu ihrer Analyse, wie auch zu ihrer Auflösung an die Hand. Ohne Glühen bringt man sie am einfachsten in Lösung durch Behandeln mit verdünnter Salpetersäure unter Zusatz von etwas Alkohol. — Die Analyse des schwefelsauren und chromsauren Bleioxyds, wie auch die des Jod- und Brombleies siehe bei den betreffenden Säuren.
1. Bestimmung des Bleies als Bleioxyd.
a. Durch Fällung.
α. Durch Fällung als kohlensaures Bleioxyd.
Man versetzt die mässig verdünnte Lösung mit kohlensaurem Ammon im geringen Ueberschuss, fügt etwas kaustisches Ammon hinzu, erwärmt gelinde und filtrirt nach einiger Zeit ab. Man wäscht alsdann mit reinem Wasser aus, trocknet und glüht in einem Porzellantiegel, nachdem man das Filter auf dessen Deckel verbrannt hat. Eigenschaften des Niederschlages und Rückstandes §. [62]. Die Resultate fallen sehr befriedigend, in der Regel um ein Geringes zu niedrig aus. Der Verlust rührt daher, dass das kohlensaure Bleioxyd nicht absolut unlöslich ist, namentlich in Flüssigkeiten, welche reich an Ammonsalzen sind (Vers. Nr. [43]). — Man wähle ein kleines dünnes Filter und trage Sorge, den Niederschlag so vollständig vom Filter zu trennen als möglich, damit man nicht einen weiteren Verlust dadurch erleide, dass ein Theilchen des Oxyds beim Einäschern zu Metall reducirt werde.
β. Durch Fällung als kleesaures Bleioxyd.
Man versetzt die Lösung mit oxalsaurem Ammon im Ueberschuss und fügt Ammon hinzu bis zum geringen Vorwalten, lässt absitzen, filtrirt und verfährt wie in α. Der Porzellantiegel bleibt, während man den Niederschlag glüht, unbedeckt. In Betracht der Genauigkeit steht diese Methode der vorigen gleich.