| 1) | Alle Gase dehnen sich zwischen gleichen Temperaturgrenzen gleichviel aus. | |
| 2) | Die Ausdehnung eines und desselben Gases zwischen denselben Temperaturgrenzen ist unabhängig von seiner anfänglichen Dichtigkeit. |
Wenngleich nun die Richtigkeit dieser Annahmen durch die genauen Untersuchungen von Magnus und von Regnault nicht völlig bestätigt wurde, so kann man sich bei Temperaturreductionen derjenigen Gase, welche bei Analysen am häufigsten gemessen werden, doch immer noch getrost an die alten Sätze halten, indem gerade für diese Gase die Ausdehnungscoëfficienten kaum von einander abweichen, und indem die Gase niemals unter bedeutend verschiedenem Drucke gemessen werden.
Als den der Wahrheit am nächsten kommenden Ausdehnungscoëfficienten der Gase, d. h. als die Grösse, um welche sich Gase ausdehnen, wenn sie vom Gefrierpunkte bis zum Siedepunkte des Wassers erhitzt werden, haben wir nach den eben genannten Untersuchungen
0,3665
anzunehmen. Demnach dehnen sich die Gase für jeden Grad des Celsius'schen Thermometers um 0,3665⁄100, d. i. um 0,003665 aus.
Fragen wir somit, wieviel Raum nimmt 1 Cubikcentimeter Gas von 0° bei 10° ein, so finden wir
1 × (1 + 10 × 0,003665), d. i. = 1,03665.
Fragt man, wieviel 100 C.C. von 0° bei 10°, so findet man
| 100 × (1 + 10 × 0,003665), d. i. |
| 100 × 1,03665, d. i. 103,66500. |
Fragt man wieviel 1 C.C. von 10° bei 0°, so findet man