A. Arbeiten an der Quelle.
I. Apparat und Erfordernisse.
Im Folgenden finden sich, zur Erleichterung der Sache, die Gegenstände aufgezählt, die man haben muss, wenn man die an der Quelle vorzunehmenden Arbeiten ausführen will.
| 1. | Ein gewöhnlicher Stechheber, Fig. [92]., dessen Inhaltman dadurch genau erforscht hat, dass man ihn mit Wasserfüllte und dieses in ein Messgefäss auslaufen liess. — Ermag 300 bis 400 Cubikcentimeter enthalten. | |
| 2. | 5 Flaschen, von denen jede den Inhalt des Stechhebersetwa 1½ mal zu fassen vermag, mit guten Korkstopfenversehen. | |
| 3. | Ein gutes Thermometer. Am besten ein solches,bei dem die Grade in die Glasröhre geätzt oder geritzt sind. | |
| 4. | Eine Mischung von 2 Vol. Salmiakgeist und 1 Vol. Chlorbaryumlösung.Dieselbe wird gewöhnlich trüb. Es hatdies nichts zu sagen. Sie wird an der Quelle filtrirt. | |
| 5. | Etwa 8 weisse Flaschen von 1½–2 Liter Inhalt mitgut schliessenden Stopfen, am besten fein eingeriebenen Glasstopfen.Sollen die Flaschen mit Korkstopfen verschlossen werden, so legt manzweckmässig dünne Blättchen vulcanisirten Kautschuks unter dieselben. | |
| 6. | Grössere mit Glas- oder Korkstopfen gut zu verschliessende Flaschen,welche zusammen wenigstens 50 Pfund Wasser fassen. In Ermangelungsolcher kann man sich auch eines kleinen Vitriolölballons bedienen. | |
| 7. | Zwei grosse und ein mittelgrosser Trichter. | |
| 8. | Schwedisches Filtrirpapier. | |
| 9. | Kolben, Bechergläser, Lampe, Glasstäbe, Glasröhren, Kautschukschläuche,Feilen, Scheere, Messer, Korkstopfen, Bindfaden etc. | |
| 10. | Reagentien und zwar vornehmlich folgende: Ammon, Salzsäure, Essigsäure,Gerbe- und Gallussäure (oder Galläpfelinfusion), Lackmustinctur(frisch bereitete), Reagenspapiere. Zu diesen Erfordernissenkommen unter gewissen Umständen noch folgende hinzu: | |
| a. | Wenn das Wasser Schwefelwasserstoff oder ein alkalisches Schwefelmetallenthält. | |
| 11. | Eine Auflösung von Jod in Jodkaliumvon bekanntem Gehalt. —Diesselbe muss sehr verdünnt sein, am besten so, dass 100 C.C. etwa0,100 Gramm Jod enthalten. Eine solche erhält man, wenn man zu 1 Vol. der Bunsen'schen Jodlösung (§. [114. Anhang]) 4 Vol.Wasser mischt. | |
| 12. | Essigsäure. | |
| 13. | Stärkemehl. | |
| 14. | Eine Bürette. | |
| b. | Wenn das Wasser viel Eisenoxydul enthält, und dieses an der Quelledirect (volumetrisch) bestimmt werden soll. | |
| 15. | Eine Lösung von übermangansaurem Kali. Dieselbe verdünnt manzur Prüfung stark eisenhaltiger Wasser so, dass 100 C.C. etwa 0,04Eisen aus dem Zustand des Oxyduls in den des Oxyds überführen.Zur Prüfung schwacher Eisenwasser muss dieselbe noch verdünntersein. — Da dieselbe an Ort und Stelle titrirt werden muss, so brauchtman ferner abgewogene Stückchen Clavierdraht, ferner Bürette undPipette. | |
| c. | Wenn im Wasser die aufgelösten indifferenten Gase (Stickgas, Sauerstoffetc.) bestimmt werden sollen. | |
| 16. | Einen Glasballon von bekanntem Inhalt. Er halte etwa 700 C.C. | |
| 17. | Eine Gasleitungsröhre. Dieselbe wird mittelst eines durchbohrtenKorkes in den Ballon (16.) luftdicht eingepasst. | |
| 18. | Einen graduirten Cylinder von etwa 150 C.C. Inhalt und eine Anzahlausgezogener Röhren (s. 23.). | |
| 19. | Eine kleine Wasserwanne. | |
| 20. | Kalilauge. | |
| 21. | Einen Dreifuss, auf welchen der Ballon gestellt werden kann. | |
| 22. | Etwas Wachs. | |
| d. | Wenn die Gase bestimmt werden sollen, welche sich aus der Quelleentwickeln. | |
| 23. | Eine Anzahl Röhren, von leicht schmelzbarem Glase, 2–3 Cm.weit, der Theil a b 10–12 Cm. lang, von folgender Form(Fig. [93]) und ein Löthrohr. — Diese Röhren sind vorgerichtet,um das Gas an der Quelle aufzufangen und zu Hause zu untersuchen.Soll dasselbe an Ort und Stelle genau untersucht werden,so muss man einen völligen pneumatischen Quecksilberapparatmitführen, — soll dagegen nur die Menge der durch Kalilaugeabsorbirbaren Kohlensäure bestimmt werden gegenüberden durch Kali nicht absorbirbaren Gasen, so hat man nur einegraduirte Röhre nebst einem kleinen Trichter, sowie Kalilaugenöthig. Entströmt aber der Quelle Schwefelwasserstoffgas, soist noch | |
| 24. | Ein Kolben mit etwas ausgezogenem Hals, sammt Kautschukschlauchund Quetschhahn, und | |
| 25. | ammoniakalische Kupferchloridlösung erforderlich (siehe§. [176. 14.]). | |
I. Specielle Ausführung.