Fig. [102] stellt einen Aspirator dar, wie er von Regnault empfohlen ist, mit vollständigem Apparate zur gleichzeitigen Bestimmung des Wassers und der Kohlensäure.
Das Gefäss V ist von verzinktem Eisenblech oder von Zinkblech; es fasst 50–100 Liter und steht auf einem starken Dreifusse in einer Wanne, welche die ausfliessende Wassermenge vollständig zu fassen vermag. Bei a ist die mit einem Hahn versehene Messingröhre c fest eingekittet; in der Oeffnung b, welche auch zum Füllen des Apparates mit Wasser dient, ist mittelst eines mit Wachs getränkten Korkes ein bis in die Hälfte von V ragendes Thermometer luftdicht befestigt.
Die mit einem Hahn versehene Ausflussröhre r ist etwas aufwärts gebogen, damit niemals Luft von unten eintreten kann. Die Capacität des ganzen Gefässes ist ein für alle Mal dadurch ermittelt, dass man aus dem ganz gefüllten das Wasser in Messgefässe hat auslaufen lassen. Das Ende der Röhre c ist mit der Röhre F, ebenso wie die Röhren A–F unter einander, durch Kautschukröhren luftdicht verbunden. A, B, E und F sind mit grob zerstossenem Bimsstein angefüllt, welcher mit concentrirter Schwefelsäure getränkt ist, C und D enthalten mit concentrirter Kalilauge getränkte Bimssteinstückchen. Mit A ist endlich ein langes Rohr verbunden, welches bis zu dem Orte führt, von dem die zu analysirende Luft entnommen werden soll. Die Korke der Röhren sind übersiegelt. Die Röhren A und B sind bestimmt, der Luft ihre Feuchtigkeit zu entziehen; sie werden zusammen gewogen. Ebenso werden C, D und E zusammen gewogen. C und D nehmen die Kohlensäure, E den Wasserdampf auf, der durch die trockene Luft der Kalilauge entzogen werden kann. F braucht nicht gewogen zu sein, es dient nur, um E dagegen zu schützen, dass nicht Wasserdampf aus V in die Röhre E gelangt.
Nachdem der Aspirator ganz gefüllt ist, verbindet man c mit F und somit mit dem ganzen Röhrensysteme und lässt dann durch richtiges Oeffnen des Hahns r das Wasser langsam ausfliessen. Da sich die Druckhöhe der Wassersäule fortwährend vermindert, so muss man den Hahn von Zeit zu Zeit ein wenig mehr öffnen, damit das Wasser mit annähernd gleicher Geschwindigkeit abfliesse. Hat sich das Gefäss entleert, so bemerkt man den Stand des Thermometers und Barometers, wägt die Röhren A B und C, D, E wieder und schreitet nun zur Berechnung.
Da die Gewichtszunahme von A B das Wasser, die von C, D, E die Kohlensäure und die Capacität von V (respective das aus V abgeflossene Wasser, denn man kann ja den Versuch auch so abändern, dass man nicht die ganze Wassermenge, sondern nur einen Theil abfliessen lässt und letzteren in einem Messgefässe auffängt) das Volum der durch die Röhren gestrichenen (von Wasser und Kohlensäure befreiten) Luft angiebt, so ist die Berechnung an und für sich höchst einfach; sie wird nur dadurch etwas ausgedehnter, dass man, wenigstens bei genauen Versuchen, folgende Correcturen zu machen hat:
α. Reduction der in V befindlichen mit Wasserdampf gesättigten Luft auf trockene; denn solche ist durch c eingedrungen (s. §. [166. γ.]).
β. Reduction der so gefundenen trockenen Luft auf 0° und Normaldruck (§. [166. α.] und [β.]).
Hat man diese Berechnungen ausgeführt, so ergiebt sich nunmehr das Gewicht der in V eingedrungenen Luft (denn 1000 C.C. trockener Luft von 0° und Normaldruck wiegen 1,2932 Grm.), und da auch Kohlensäure und Wasser gewogen worden ist, so lässt sich jetzt deren Menge in Gewichtsprocenten, oder, wenn man sämmtliche Gewichte auf Volumina berechnet, auch in Volumprocenten ausdrücken.