II. Verfahren mit durch Salzsäure befeuchtetem Kupfer.
Ich führe dies dem in §. [228] beschriebenen Verfahren an Genauigkeit weit nachstehende Verfahren nur deshalb an, weil nicht Jeder, der eine annähernde Analyse atmosphärischer Luft ausführen will, über die zu ersterer Methode nothwendige Menge Quecksilber disponiren kann. Es gründet sich dasselbe darauf, dass mit Salzsäure oder verdünnter Schwefelsäure befeuchtetes Kupfer atmosphärischer Luft ihren Sauerstoff rasch und vollständig entzieht. Die Ausführung verlangt nur folgende Apparate und Vorbereitungen, vorausgesetzt, dass nur ein Gemenge von Sauerstoff- und Stickgas analysirt werden soll.
1. Eine graduirte Röhre von etwa 30 Centimeter Länge und etwa 16–20 Mm. Durchmesser.
2. Ein Streifchen von Kupferblech, welches etwas länger ist, als die graduirte Röhre und folgende Gestalt hat (Fig. [106]). Dasselbe wird von oben bis unten mittelst eines gewöhnlichen hänfenen Bindfadens mit Kupferdrehspänen umbunden, so zwar, dass es noch mit grösster Leichtigkeit in die graduirte Röhre eingeschoben werden kann. Ein so vorgerichtetes Kupferstreifchen wirkt besser als ein Streifen glatten Kupferblechs, weil es grössere Oberfläche darbietet und weil die Schnur die Kupferdrehspäne mit Salzsäure befeuchtet erhält.
3. Ein gewöhnlicher, nicht zu enger Glascylinder (besser einer, der oben erweitert ist (vgl. Fig. [107]), welcher einige Zoll höher sein muss als die graduirte Röhre und mit einer Mischung von gleichen Theilen roher Salzsäure und Wasser gefüllt wird.
4. Ein Thermometer.
Die Ausführung ist im höchsten Grade einfach.