β. und versetzt das Filtrat mit Salmiaklösung, so scheidet sich alsobald ein sehr bemerklicher flockiger Niederschlag von Thonerdehydrat ab; in der Art, dass bei genügsamer Menge Salmiak alles gelöst gewesene Thonerdehydrat sich ausscheidet;
γ. und versetzt das Filtrat mit anderthalb kohlensaurem Ammon, so zeigt sich dieselbe Erscheinung, wie bei β.;
δ. und versetzt das Filtrat mit Chlornatrium- oder Chlorkaliumlösung, so scheidet sich kein Niederschlag ab. Nach mehreren Tagen setzen sich (in Folge des durch Verdunstung verminderten Ammongehalts) leichte Flocken ab.
d. Fällt man eine neutrale Thonerdelösung mit kohlensaurem Ammon oder eine durch Salzsäure oder Salpetersäure stark saure mit reinem Ammon, oder setzt man, sofern man mit einer neutralen zu thun hat, ausser dem Ammon noch eine genügsame Menge Salmiak hinzu, so kommt auch bei grossem Ueberschuss der Fällungsmittel keine Thonerde in Lösung, wie daraus zu ersehen, dass die Filtrate auch bei fortgesetztem Kochen und Abdampfen völlig klar bleiben.
38. Fällbarkeit der Thonerde aus ihren Lösungen durch Schwefelammonium (zu §. [54. a.]).
(Nach Versuchen meines früheren Assistenten, des Herrn J. Fuchs.)
a. 50 C.C. einer Lösung von reinem Ammonalaun, welche enthielten 0,3939 Thonerde, wurden mit 50 C.C. Wasser und 10 C.C. Schwefelammoniumlösung versetzt und nach 10 Minuten filtrirt. Der Niederschlag wog geglüht 0,3825 Grm.
b. Derselbe Versuch wurde mit 100 C.C. Wasser wiederholt. Erhalten 0,3759 Thonerde.
c. Derselbe Versuch wurde mit 200 C.C. Wasser wiederholt. Erhalten 0,3642 Thonerde.