In dem Verfasser des Werkes: „The invention of printing“ L. De Vinne. Mit vielen Abbildungen (New-York 1876) haben wir es nicht mit einem Gelehrten, jedoch mit einem tüchtigen Praktiker, zugleich durchgebildeten Manne zu thun. Sein Buch ist klar und verständlich geschrieben, namentlich sind seine technischen Exkurse sehr lehrreich und anziehend. Beigegeben ist eine grosse Zahl besonders gut ausgeführter, wenn auch in den meisten Fällen reduzierter Illustrationen. Herr de Vinne ist ein enthusiastischer Verteidiger Gutenbergs, demzufolge auch leicht geneigt, ein zu strenges Urteil über die Thätigkeit Schöffers zu fällen, dem, wie schon gesagt, v. d. Linde ganz beistimmt.

A. Bernard.

Von französischen Werken seien erwähnt: A. Bernards „De l'origine et des débuts de l'imprimerie en Europe“ (Paris 1853).

A. F. Didot.

Ein Werk, das in kleinem Umfang einen Schatz des Wissenswerten birgt, ist Ambroise Firmin Didots „Essai typographique et bibliographique sur l'histoire de la gravure sur bois“ (Paris 1853). Der berühmte Buchdrucker, Buchhändler, Gelehrte und Sammler (gestorben 1876) verband mit der grössten Vertrautheit der deutschen Verhältnisse eine vollkommene Unparteilichkeit.

J. P. A. Madden.

In neuester Zeit erregten in der typographischen Welt ein nicht gewöhnliches Aufsehen J. P. A. Maddens, „Lettres d'un Bibliographe“. 5 Bde. (Paris, 1868-1878). Zahlreiche Abhandlungen in Briefform, welche eine Menge von Fragen in Bezug auf die Erfindungs- und die Inkunabelnzeit behandeln, bilden den Inhalt. Ein Hauptzweck des Verfassers ist die Führung des Beweises, dass die Fratres vitæ communis in ihrem Kloster am Weidenbach bei Köln eine grosse Druckanstalt gehabt haben, aus welcher eine Anzahl der ältesten bedeutenden Typographen als Ulrich Zell, Nik. Jenson, Collard Mansion, Will. Caxton, Mentelin u. a. hervorgegangen sind. Von seiner seltenen Kombinationsgabe und seinem ungemeinen Scharfsinne sowohl im Aufstellen der eigenen Wahrscheinlichkeitsbeweise als im Entdecken der Trugschlüsse anderer legt zwar fast jede Seite Zeugnis ab, doch wird es nicht leicht sein, alles zu unterschreiben, was Madden behauptet, und solange er nicht Thatsachen bringen kann, bleibt der Wert seiner Briefe für die Geschichte mehr negativer Art, indem sie zur Vorsicht in der Annahme manches bis jetzt als thatsächlich Anerkannten mahnen.

Die Schriften, welche die Geschichte einzelner Perioden, Länder, Städte oder Persönlichkeiten berühren, sind an den betreffenden Stellen des Textes, soweit es der Plan des Buches notwendig oder wünschenswert erscheinen liess, angeführt.