Die orientalischen Schriften waren in Ordnung gebracht, mehrere neue geschnitten und der Raub der Schriften der Propaganda in Rom hatte diesen Zweig der Typographie ausserordentlich bereichert. Das Lokal war nach dem Hôtel Penthièvre verlegt worden.
Man sieht aus dem obigen, dass die Zeit der Republik in Waffen doch keine ganz verderbliche für die Staatsdruckerei gewesen war, die vieles dem 1801 verstorbenen Direktor Duboy-Laverne zu verdanken hat.
Umzug.
Der Kaiser widmete der Anstalt noch mehr Aufmerksamkeit als der Konsul. Die Administration wurde geordnet, Pensionskassen eingerichtet und die Arbeiten nach Tarifen reguliert. Ein Umzug fand 1809 nach dem Hôtel Soubise mit dessen Annex Palais Cardinal (Rohan) statt. 1811 wurden die orientalischen Schriften, allerdings wieder durch Raub, mit den Stempeln und Matern der Druckerei der Medici in Florenz vermehrt. In demselben Jahre erhielt Didot den Auftrag, das Schriftensystem nach dem inzwischen eingeführten Metermass umzuändern und neue Schriften zu schneiden, doch wurde dieses Vorhaben wegen der Kostspieligkeit nicht zuendegeführt. Ein grosses Prachtwerk Rélation des cérémonies du sacre et du couronnement, etc. de Napoléon wurde 1812 angefangen und erst während der Hundert Tage vollendet, 1813 erteilte der berühmte Gelehrte Silvestre de Sacy den Eleven der Anstalt Unterricht in orientalischen Sprachen, um tüchtige Setzer zu bilden.
Ausser den erwähnten sind noch unter den bedeutenden Erscheinungen der Staatsdruckerei zu nennen die Statistique de la France, Fol., 1804; Recherches asiatiques 1805 und de Guignes Dictionnaire chinois, Fol., 1813.
Die Zeit der Restauration.
Mit alledem waren die Kriegszeiten doch im ganzen keine glücklichen für die Entwickelung der Staatsdruckerei. Am 15. April 1814 verschwand der kaiserliche Adler als Insigne und mit diesem auch verschiedene Schätze der Anstalt, da, nach den Bestimmungen des Pariser Friedens, die den Offizinen der Propaganda und der Medici geraubten Stempel zurückzugeben waren. Doch geschah dies nicht vollständig, und von den Stempeln behielt man Abschläge zurück, sodass die Vollständigkeit der Anstalt eigentlich nicht litt.
Reorganisation Anisson-Duperon.
Ludwig XVIII. bestimmte durch ein Dekret vom 28. Dezember 1814, dass vom 1. Januar 1815 ab die Arbeiten für Rechnung des Staates mit ganz wenigen Ausnahmen aufhören sollten und dass es den verschiedenen Ministerien zu überlassen sei, ihre Arbeiten nach bestem Ermessen auch an Privatdruckereien zu vergeben. Das Inventar sollte dem Direktor zur Disposition gestellt werden, Schriften und Abschläge konnte er unter festgesetzten Bedingungen verkaufen. Marcel wurde in Ruhestand versetzt und der Sohn des hingerichteten Direktors Anisson, vielleicht als Ersatz für die seiner Familie zugefügte Unbill, zum Vorstand gewählt. Da kamen die Ereignisse vom 20. März 1815 und das Kaiserreich der Hundert Tage warf alles über den Haufen, damit es nach drei Monaten wieder eingeführt werde. Anisson liess von Jacquemin neue Schriften nach englischen Mustern schneiden. Dies missfiel der Regierung und da überhaupt die neue Einrichtung sich wenig zuträglich zeigte, versuchte eine Ordonnanz vom 23. Juli 1823 den ungefähren Standpunkt des kaiserlichen Dekrets von 1809 wiederherzustellen.
Villebois.