XVI. KAPITEL.
DIE ZWEIGE DER GERMANISCHEN GRUPPE.

Dänemark. Fortschritte der Typographie: B. Luno, Gebr. Thiele, C. Ferslew & Co. u. a. Die Chemitypie: C. Piil. Die Giessmaschine: L. Brandt. Die Setzmaschine: C. Sörensen. Die Schreibkugel: Malling Hansen. Island, Grönland. Norwegen. Geistiges Leben. Schweden. Norstedt & Söner, Central-Tryckeriet u. a. Finnland. Russland und Polen. Die Staatsdruckerei und andere Offizinen. Das Zeitungswesen. Die Donauländer: Serbien, Rumänien, Bulgarien. Griechenland.

DÄNEMARK UND NORWEGEN.

Die Presse in Dänemark.

GEGEN das Ende des XVIII. Jahrhunderts ergriff die politische und geistige Gährung auch Dänemark und übte ihre Wirkung auf die Presse aus. Unter dem allmächtigen Ministerium Struensee wurde 1770 am 14. September die schrankenloseste Pressfreiheit eingeführt, was nicht ohne gröbliche Ausartungen abging. Wie gewöhnlich trat dann als Gegensatz eine weit über das Ziel schiessende Reaktion ein, deren Schlussstein die Verordnung vom 27. September 1799 war, durch welche die Zensur wieder eingeführt wurde und die Verfolgungen gegen die Presse ihren freien Lauf nahmen. Ausserdem begann das XIX. Jahrhundert sehr unglücklich für Dänemark, welches die damals herrschende Politik mit dem Bombardement von Kopenhagen, dem Verlust seiner glänzenden Flotte und der Abtretung Norwegens bezahlen musste[258].

Unter diesen Verhältnissen konnte die Typographie Dänemarks in der ersten Hälfte der Periode und noch länger keine grossen Fortschritte machen. Es herrschte kein guter Geschmack und die Produktionen gingen nur selten über das Mittelgute hinaus. Als bedeutendere Erscheinungen sind zu nennen: Den danske Vitruvius, 2 Bände, Folio; Langebecks Scriptores rerum danicarum, 8 Bände, Folio; Beskrivelse over danske Mönter og Medailler, 3 Bände, Folio; Flora Danica, ein sehr bedeutendes und umfangreiches Werk.

Die Typographie in Kopenhagen.

Die Buchdruckereien in Kopenhagen beherrschten, durch Innungsverhältnisse begünstigt, die Buchdruckereien der Provinz. Die Autoren suchten, da der Buchhandel nicht gut organisiert war, zumteil Verleger im Auslande.