In der seit 1806 den Engländern gehörenden Kapkolonie blühte die Presse bald empor. Die erste eigentliche Zeitung erschien 1824. Seit 1830 werden auch im Innern des Landes Zeitungen gedruckt. Der Zeitungsstempel wurde 1848 abgeschafft. 1854 wurde die erste mit Dampf betriebene Schnellpresse aufgestellt und 1860 hatte die Kolonie 29 periodische Schriften. Bereits damals beschäftigte die vorzügliche Druckerei von Saul Salomon & Co. über 100 Arbeiter und zwei Dampfschnellpressen und lieferte auch eine grosse Zahl von Accidenzarbeiten in bester Ausführung. 1880 war die Zahl der Zeitungen 52, von denen 43 in englischer, 6 in holländischer Sprache, 3 in beiden Sprachen zugleich erschienen.

Recht fröhlich gedieh die Kunst auf Madagascar. König Radáma I. (gestorben 1828) war ein aufgeklärter Mann und Freund des Christentums und der Presse, welche von Missionären in den zwanziger Jahren eingeführt wurde. Diese brachten erst die Sprache der Eingeborenen in ein orthographisches System, um dieselbe geschrieben und gedruckt wiedergeben zu können. In der Hauptstadt Antananarivo wurden sechs periodische Schriften herausgegeben, darunter die Monatshefte „Gute Worte“ in einer Auflage von 3000 Exemplaren und das halbmonatlich erscheinende Blatt „Reis mit Honig gemischt“.

Fußnoten:

[53] Anecdotes biographical and literary of W. Bowyer. London 1778.

[54] Der bekannte Thom. Curson Hansard behauptet in seiner Typographia, dass, wenn die besten Prachtwerke Englands nicht ganz die besten der Franzosen und Bodonis erreichen sollten, dies in der schwierigeren Behandlung der Farben liege, deren Konsistenz in der wechselnden Temperatur Englands nicht ganz gleichmässig erhalten werden könne.

[55] 1879 rechnete man, dass jedes Parlamentsmitglied während der Dauer des letzten Parlaments 20 Zentner an Drucksachen empfangen habe.

[56] Biographical Memoir of Luke Hansard. London 1829.

[57] Thom. Landseer, Life and letters of W. Bewick. 2 Bde. London 1870. — J. G. Bell, A descriptive and critical Catalogue of works illustrated by T. and J. Bewick. — Th. Hugo, The Bewick Collector, London 1866. Supplement 1868. — Bewicks wood cuts, ed. by Th. Hugo. London 1870.

[58] History of the Balantyne Press. Edinburgh 1871.

[59] R. Lindau setzte dem Verstorbenen ein ehrendes Denkmal in der „Gegenwart“, abgedruckt im Börsenbl. f. d. d. B. 1879, Nr. 293.