Laurent & Deberny.

Fonderie générale u. a.

Von anderen Künstlern in der Richtung der ornamentierenden Schriftgiesserei sind zu nennen Dechamps und der sehr fruchtbare Petibon, der die Kaleidoskop-Einfassungen einführte, die zwar sehr hübsch waren, jedoch zumeist für den Buchdrucker ein totes Kapital blieben, weil die Setzer das Material nicht zu behandeln verstanden. Laurent & Deberny lieferten schöne Züge, Initialen und Plakatschriften. Ihre Polytypen beliefen sich auf mehr als 6000, mit denen sie alle Länder der Romanischen Gruppe reich versorgten. Eine bedeutende Anstalt entstand unter der Firma Fonderie générale Laboulaye & Co., später Réné & Co., aus der Vereinigung der Firmen Didot, Molé, Crosmer, Evérat, Tarbé & Co., welche letztere sich durch ihre systematischen Hohlstege und Stereotyp-Unterlagen bekannt gemacht haben. Auch Lombardot, Batenberg & Majeur lieferten viele Einfassungen, sowie Phantasie- und Titelschriften. Renault & Robcis zeichneten sich in der Spezialität der Messinglinien, der Hohlstege und des Durchschusses aus. In neuester Zeit machte sich Henry J. Tucker, Filiale der Londoner Giesserei Caslon, sowohl durch die Leistungen des von ihm vertretenen Instituts, als durch die vorzüglich geleitete Fachzeitschrift Typologie Tucker einen Namen.

Metallverbesserung.

Um das Jahr 1840 führte Colson eine Zeugmischung von Eisen und Schriftmetall ein, welche die Haltbarkeit des gewöhnlichen Zeuges verdreifachte. Die Versuche Petyts, Typen aus Kupferstangen durch Pressung in eine Stahlmater zu erzielen, erreichten ebensowenig ein praktisches Resultat, wie Cardons Erfindung, ein kupfernes Buchstabenbild auf einen Typenstiel von Schriftmetall anzubringen. Die Herstellung der Typen aus Glas blieb ebenfalls ohne wirkliche Erfolge.

Die Stereotypie.

Verdankte man auch die erste praktische Methode der Schriftstereotypie und der Anfertigung von Clichés England, so hatten die Franzosen sich doch schon lange mit der Stereotypie beschäftigt[88] und durch ihre späteren Verfahren das Stanhopesche überflügelt; ja es scheint fast, als wären sie auf dem Wege, selbst die Verwendung der Jacobischen Galvanoplastik für die Typographie durch die Celluloïd-Clichés zu verdrängen.

Gabr. Valleyre.

Bereits vor Beginn des XVIII. Jahrhunderts lieferte ein Pariser Gelehrter und Buchdrucker Gabr. Valleyre einen Kalender in Messingplatten, die in Matern aus Thon oder diesem ähnlicher Masse gegossen waren. Da aber diese Matrizen nicht vollständig gleichmässig vertieft und die Platten ausserdem auf der Rückseite nicht ganz glatt waren, so fiel der Druck nicht gleichmässig aus.

Ign. Hoffmann.