„Du lügst,“ entgegnete der Wald. Und doch war er in großer Angst.
Im nächsten Jahr kam es, wie die Heide gesagt hatte. Die kleinen Buchen und Eichen gingen samt und sonders ein. Und nun folgte eine entsetzliche Zeit für den Wald. Die Heide dehnte sich immer weiter aus. Überall sah man Heidekraut statt der Veilchen und Anemonen. Kein junger Baum wuchs, die Sträucher verwelkten, die alten Bäume begannen am Wipfel abzusterben, daß es ein rechtes Unglück war.
„Hier im Walde ist’s nicht mehr gemütlich,“ sagte die Nachtigall. „Ich glaube, ich baue anderswo mein Nest.“
„Hier ist ja kaum noch ein ordentlicher Baum, wo man wohnen könnte,“ sagte die Krähe.
„Die Erde ist so hart geworden, daß man sich keinen anständigen Gang mehr bauen kann,“ murrte der Fuchs.
Der Wald wußte sich keinen Rat. Die Buche reckte ihre Zweige zum Himmel auf und flehte um Hilfe, und die Eiche krümmte die ihren in stiller Verzweiflung.
„Sing doch noch einmal dein Lied!“ sagte die Heide.
„Ich hab’ es vergessen,“ antwortete der Wald betrübt. „Meine Blumen sind verwelkt, und meine Vögel sind fortgeflogen.“
„Dann will ich singen,“ sagte die Heide. Und sie sang:
„Es geht von der Heide ein Liedlein gut: