„Ein Kind?“ rief die Erde höhnisch. „Das ist gerade der Rede wert. Bei mir haben die Tiere stets viele Kinder.“
„Ich lege sechs Eier,“ erwiderte die Grabwespe. „Ein jedes in sein Nest. Vierzehn Tage lang muß ich umherfliegen und Futter für alle sechs Jungen holen. Das ist alles, was ich fertigbringe.“
„Da siehst du es, du eingebildete schwarze Erde,“ sagte der Sand und legte sich in die untersten Runzeln. „Sechs Junge, und jedes von ihnen hat sein eigenes Haus. Das ist fein — was?“
„Ich warte auf das Grauenerregende,“ entgegnete die Erde.
Die Grabwespe war bereits fort, und nun kam die Fliege zurück.
„Da ist es!“ rief sie sogleich und lief zu der Stelle hin, wo das Nest war.
Aber sie ging nicht ganz bis dorthin, sondern beschrieb einen großen Bogen.
„Hat sie das Ei gelegt?“ fragte sie.
„Nein,“ sagte das Sandhaargras. „Aber gleich kommt sie wieder, und dann tut sie es. Und sie bringt dem Jungen auch Futter mit. Sie scheint eine ausgezeichnete Mutter zu sein.“
„Jeder sorgt für seine Kinder, so gut er kann,“ erklärte die Fliege. „Ich sorge für die meinen. — — Niemand darf übrigens erzählen, daß ich hiergewesen bin.“