„Manche sind ja früher reif zur Heirat,“ sagte die Tante.
„Laß uns nach Hause nach den Färöern fliegen, damit wir uns verheiraten können, Tante,“ seufzte die junge Dame.
„In einem Monat, mein Kind,“ sagte die Tante. „Ich für mein Teil bedanke mich allerdings schönstens. Ich war siebenmal verheiratet und werde die Geschichte nicht mehr mitmachen. Aber ich will gern ein wenig mit dir schwatzen. Das ist unheimlich interessant.“
„In einem Monat sind die Bäume noch nicht grün,“ sagte der Sperling. „Wir sind ja erst im Januar.“
„Wir haben keine Bäume auf den Färöern, Mädchen,“ erwiderte die Tante. „Und wir brauchen auch keine.“
„Hat das Fräulein denn schon einen Bräutigam?“ forschte die Möwe.
„Noch nicht. Aber das kommt schon. Einen Bräutigam kann man immer bekommen. In den drei Jahren, seitdem sie am Leben ist, hat sie auf dem Meere getanzt und sich vergnügt.“
„Wenn sie nur den rechten finden möchte,“ sagte die Möwe.
„Die Mannsleute sind alle gleich, gute Frau,“ verkündete die Tante. „Sie machen einem den Hof und verheiraten sich; helfen vielleicht ein bißchen beim Neste mit und machen sich dann aus dem Staube und überlassen uns alles übrige.“
„Da bin ich nun anderer Meinung als die gnädige Frau,“ sagte die Möwe. „Mein Mann hat mir getreulich geholfen.“