Als der Winter kam, lag das Land voller Leichen. Ein Einsamer schleppte sich mühsam über die Berge fort und kehrte in die Heimat zurück, wo er erzählte, daß kein Gold mehr zu finden sei.

Der Adler aber saß hoch auf seiner Felsenspitze und überschaute das ganze.

4. Kapitel.
Der Jüngere.

„Wo bleiben die Menschen?“ fragte das Eisen, als der Sommer wiederkehrte und das Land öde und leer war wie früher, bevor das Gold entdeckt wurde. „Adler in hoher Luft.... siehst du sie?“

„Gewiß!“ erwiderte der Adler. „Die, deren Leichen nicht hier im Tale verfault sind, wohnen in Ländern, wo es sich besser sein läßt als hier. Die, die durch das gefundene Gold reich geworden sind, haben sich in den schönsten Gegenden der Erde niedergelassen. Die, die arm geworden sind, schlagen sich durch, so gut es geht. Weit, weit von hier hab’ ich neulich auf meinem Fluge ein Land gesehen, wo man auch Gold gefunden hat. Dahin geht jetzt der Strom.... dort herrscht jetzt jenes grauenhafte Treiben, das ihr bei uns kennengelernt habt.“

Das böse Land sah aus, als wäre es von einem Erdbeben verwüstet. Die Erde war aufgerissen, die Felsen waren zerschmettert, Werkzeug und menschliche Gebeine lagen überall zerstreut, die Hütten waren eingesunken. Es konnte keinen häßlicheren Anblick geben als diese Ruinen der Goldgräberstadt. Das Moos, das auf den Steinen wuchs, und das armselige Gras, das sich wieder hervorwagte, jetzt, wo kein Fuß es niedertrat, die spärlichen Blumen und die Schmetterlinge, die einen Tag lang umherflogen und dann starben — sie alle sprachen davon, eine wie böse Zeit es gewesen.

„Ja.... das Land ist nicht wiederzuerkennen!“ schalt der Adler.

Und das Blei, das Eisen, das Kupfer und das Silber, die rings wirr umherlagen, seufzten und gaben dem Adler recht. Bei der wilden Jagd nach dem Golde waren sie hervorgewühlt und ausgegraben worden. Sie sehnten sich nach jener Welt, in die das Gold gewandert war, und wußten ihrer Sehnsucht keinen Rat.

„Wann kommt unsre Zeit?“ fragte das Blei.