„Schlagt sie tot! Schlagt sie tot!“ riefen das Schaf, die Ziege und der Hirsch, die Ente, die Gans und das Huhn.

„Wie sonderbar,“ sagte der Löwe und sah sich erstaunt um. „Die friedlichsten und feigsten Tiere wollen den Fremden zu Leibe. Was haben sie euch getan? Warum fürchtet ihr euch vor ihnen?“

„Ja, erklären kann ich es ebensowenig wie das Rind,“ meinte das Pferd. „Aber ich habe das Gefühl, daß die beiden Wesen uns gefährlich sind. In meinen Lenden und Beinen zuckt es und reißt es.“

Und das Rind fiel ein: „Mir ist es, als würde mir die Haut abgezogen, wenn ich an die beiden denke. Es bohren sich Zähne in mein Fleisch.“

„Mich friert, als würde mir alle meine Wolle abgeschoren,“ schrie das Schaf.

„Mir ist zumute, als würde ich auf dem Feuer gebraten und gegessen,“ rief die Gans.

„Mir auch!“ „Mir auch!“ riefen die Ente und das Huhn.

„Höchst seltsam!“ philosophierte der Löwe. „Ich habe noch nie dergleichen gehört und verstehe eure Empfindungen nicht. Was können die Fremden euch anhaben? Nackt gehen sie umher, verzehren einen Apfel, eine Apfelsine und tun nichts Böses. Auf zwei armseligen Beinen wandeln sie dahin, während ihr vier habt, so daß ihr vor ihnen fortlaufen könnt. Außerdem habt ihr ja Hörner, Klauen und Zähne. Wovor fürchtet ihr euch also?“

„Du wirst deine Worte noch einmal bereuen,“ prophezeite das Rind. „Die neuen Tiere werden uns alle verderben. Dir droht ebenso Gefahr wie uns.“

„Ich weiß von keiner Gefahr und kenne keine Furcht,“ erklärte der Löwe stolz. „Aber ist denn wirklich nicht einer unter euch, der die beiden Fremden in Schutz nimmt?“