Der Junge hob den Kopf vom Kissen empor und lauschte, hörte aber nichts mehr. Mit großer Mühe richtete er sich auf seinem Ellbogen auf und blickte um sich.

Die Stube war leer.

Dort stand der Kanarienvogel, und neben ihm stand die Pelargonie. Dort hing die Photographie, auf der Vater und Mutter und er selber abgebildet waren... dort auf der Kommode lag das englische Lesebuch... und das Geschichts- und das Geographiebuch... und der Flitzbogen und die Trompete.

Es war niemand da. Und doch war er felsenfest davon überzeugt, daß er jemand hatte sprechen hören. Dann legte er sich wieder hin, weil er sich nicht aufrechthalten konnte, und lag ein Weilchen mit geschlossenen Augen da. Und dann sagte die Stimme wieder:

„Wenn ich nur die Nacht überlebe... wenn ich nur die Nacht überlebe.“

Der Junge fing an, wie ein Rasender zu klingeln.

Im nächsten Augenblick stand seine Mutter im Nachtgewand und auf bloßen Füßen an seinem Bett.

„Was hast du denn, mein lieber Junge?“ fragte sie.

„Mutter... ich fürchte mich... es spricht jemand hier in der Stube...“

„Es ist niemand hier,“ sagte sie und strich ihm über die Stirn, die mit Angstschweiß bedeckt war. „Das ist das Fieber. Oder vielleicht hast du auch geträumt. Hier ist niemand außer dir und mir und deinem kleinen Vogel. Soll ich den Vogel hinaustragen?“