„Dann muß es sich als Ameisenmann ja ganz angenehm leben lassen,“ sagte der Buchfink nachdenklich.

„Aber wir haben auch keine Achtung vor ihnen,“ sagte die Ameise. „Gleich nach der Hochzeit erwürgen wir sie alle, wenn sie nicht Reißaus nehmen.“

„Au,“ sagte der Buchfink. „Dann will ich doch lieber bleiben, was ich bin.“

„Tu’ du das! Und ich sorge für das Meine. Jetzt geht die Sonne unter, da schließen wir den Hügel.“

Und sie befahl den anderen, die Türen vorzusetzen. Im Augenblick war alles verschlossen, und der Ameisenhügel lag wieder wie tot da.

*

Einen Monat später ging es noch emsiger in dem Ameisenhügel zu.

Die Hälfte der Ameisen war in den Wald ausgerückt, um Nahrung herbeizuschaffen. Die andere Hälfte hatte genug damit zu tun, die Jungen, die mit jedem Tage wuchsen und gefräßiger wurden, zu pflegen und zu füttern. Viele von ihnen waren bereits Puppen geworden und aßen nichts, mußten aber unaufhörlich hin und her bewegt, gedreht und gewendet werden; die Larven dagegen schrien den ganzen Tag nach Nahrung.

Die alte Ameise kam selten aus dem Hügel heraus.

Draußen nahm die Arbeit ja sowieso ihren stetigen Verlauf; das Wichtigste war, in den Stuben Ordnung zu halten. Der Hügel reichte doppelt so tief unter die Erde wie darüber; und er bestand aus unendlich vielen Gängen und Kammern.