Zunächst sagte keiner etwas. Aber dann fingen sie sämtlich an, durcheinander zu schreien, und der Spektakel wurde noch ärger als zuvor. Keiner wollte sich vor dem andern beugen. Jeder meinte, daß er der Wichtigste sei, und wer weiß, was noch geschehen wäre, wenn sich nicht plötzlich eine wohltuend ruhige Stimme hätte vernehmen lassen, die bisher noch nichts gesagt hatte: „Vielleicht darf ich auch ein Wort mitreden!“

Es war das Gehirn. Und ob sie nun im voraus Respekt vor ihm hatten, ob ihnen seine ruhige Stimme imponierte, oder ob sie so sehr geschrien hatten, daß sie nicht mehr konnten, genug: sie schwiegen sämtlich, und es wurde ganz still.

„Das mag ja alles recht gut und schön sein, was ihr da gesagt habt,“ fuhr das Gehirn fort. „Und ich habe den größten Respekt vor euch allen, die ihr zusammen mit mir unsern kleinen Jungen ausmacht.“

„Der spricht doch wenigstens wie ein gebildeter Mensch,“ sagten die Beine.

„Man kann doch verstehen, was er sagt,“ riefen die Ohren.

„Laßt ihn fortfahren,“ sagte der Magen.

„Wir wollen hören, was er sagt,“ meinten die Ohren.

„Wir versprechen, uns nicht zu heben, ehe er fertig ist,“ versicherten die Augenlider.

„Vielen Dank!“ versetzte das Gehirn. „Zuerst muß ich jetzt bemerken, daß ich alles unterschreiben kann, was mein vortrefflicher Kollega, das Herz, gesagt hat — mit Ausnahme seiner Behauptung, daß es selbst das vornehmste Stück des Jungen sei.“

„Hört, hört! Bravo!“ rief der Magen.