Im Nu hatte er sich auf das Lamm gestürzt und ihm den Hals durchgebissen. Das Schaf schrie, der Zweifüßler erwachte und lief hinaus, und alle Tiere eilten fort.

„Du hast wohl geschlafen, Treu,“ sagte er. „Morgen müssen wir dem Unglück abzuhelfen suchen. Das fehlte gerade, daß ich für den Wolf Schafe einfangen und sie für ihn mästen sollte.“

Und am nächsten Morgen fand er einen Ausweg.

Er und seine Söhne gingen in den Wald, fällten mit ihren Äxten Bäume und machten spitze Pfähle daraus; und als sie eine Anzahl beisammen hatten, rammten sie sie im Kreise vor der Hütte in den Boden. Dann flochten sie Zweige zwischen die Pfähle; und als die Sonne sank, da stand ein fester, starker Pferch fertig da, über den kein Wolf hinwegspringen konnte. In diesen Pferch sperrten sie das Schaf.

Zwei Tage später fing der Zweifüßler in seiner Schlinge den Widder. Er fuhr fort zu jagen, und binnen kurzem war auch die Kuh gefangen und der Stier und das Kalb. Der Pferch wurde zu klein, so daß ein größerer gebaut werden mußte. Die ganze Familie lief hinaus, um Gras zu holen, und konnte doch nie genug herbeischaffen. Die Tiere in der Hürde brüllten.

In der Nacht unterhielten sie sich.

— „Und plötzlich warf er die Schlinge dem Pferde über den Kopf. Das Tier bäumte sich und sprang mit wilden Augen umher.“

Das Schaf meinte: „Wißt ihr — offen gestanden: Das Leben hier hat eigentlich doch seine Vorzüge. Da draußen auf der Wiese schwebte man ja in beständiger Gefahr — vor dem Löwen und dem Wolf, vor der Schlange und dem Adler, von dem Zweifüßler selber ganz zu geschweigen.“

„Das mag alles sein,“ sagte die Kuh. „Aber ich kann die Art nicht leiden, wie die Frau Zweifüßler an meinem Euter zieht. Und ich fürchte, sie werden mich eines schönen Tages schlachten wie die andern Tiere. Es sind unser auch bald zu viele hier drinnen.“