„Hast du ihn gehört?“ fragte sie.
Der Zweifüßler nickte.
Nach einer Weile begann er: „Du, woher kommt das Gras?“
„Das weißt du wohl ebensogut wie ich,“ erwiderte sie. „Wir haben ja oft darüber geredet, wie es seine Samen niederrieseln läßt, und wie sie zwischen dem alten welken Grase keimen, wenn der Regen kommt.“
„Ganz recht! Und warum sollten wir nicht die Samen sammeln und selber säen? Wenn wir nun all das alte Gras beseitigten und die Samen von der Sorte nähmen, die unsere Tiere am besten leiden können, dann müssen wir es doch so weit bringen können, daß das Gras viel dichter wächst. Und dann können wir Samen ernten und wieder säen und Jahr auf Jahr an derselben Stelle wohnen bleiben.“
„Ja, wenn wir das könnten!“ sagte Frau Zweifüßler und schlug die Hände zusammen.
„Warum sollten wir nicht? Und können wir das erst, so können wir auch ein starkes Haus — für uns und die Tiere — bauen. Ich bin überzeugt, wir können mit unsern Steinäxten die größten Bäume fällen, wenn wir nur geduldig aushalten. Sobald der Regen aufhört, mach’ ich mich auf, um eine Stelle zu finden, wo wir uns für den Rest unserer Tage niederlassen können.“
Nach einer Woche war der Himmel wieder klar. Der Zweifüßler sprang aufs Pferd, verabschiedete sich von seiner Familie und sagte, er wolle erst wieder nach Hause zurückkehren, wenn er gefunden habe, was er suche. Und wirklich kam er erst am Abend des dritten Tages heim und befahl, früh am nächsten Morgen alles zusammenzupacken und ihm zu folgen.
Als die Familie am Ziele ankam, mußten alle zugeben, daß er eine gute Wahl getroffen habe.
Der Boden war gut und verhieß reichen Ertrag: so frisch und üppig wuchs alles darauf. Auf der einen Seite eines großen, offenen Feldes lag Wald, auf der andern eine Wiese, die wieder von einem großen See begrenzt wurde, in dem die Fische lustig umhersprangen. Hinter dem See waren ferne blaue Berge, die einen schönen Anblick darboten und zu herrlichen Träumen anregten. Dicht am Waldessaume lag eine Anhöhe, an deren Fuß ein Bach rann. Der Bach mündete in den Fluß, der sich durch die Wiese dahinschlängelte, und der Fluß mündete in den See.