„Sie sehen ganz appetitlich aus,“ sagte der Löwe. „Ich hätte wohl Lust, einmal zu versuchen, wie sie schmecken!“

„Das kannst du ja tun,“ meinte der Orang-Utan. „Sie werden der Familie doch niemals Ehre machen, und sie werden noch einmal ein schlimmes Ende nehmen.“

Da ging der Löwe auf die beiden zu; aber als er vor ihnen stand, verlor er plötzlich den Mut. Er verstand die Sache selbst nicht, denn er hatte ja sonst vor nichts im Walde Angst. Aber die beiden neuen Tiere hatten so seltsame Augen und wandelten so frohen Mutes dahin, daß der Löwe dachte, sie müßten über irgendeine geheime Macht gebieten, die er nicht sehen könnte. Ihre Zähne taugten nicht viel, und ihre Krallen waren nicht der Rede wert. Aber ein Geheimnis mußte ja an ihnen sein.

Mit gesenktem Kopf wich er ihnen aus.

„Warum hast du sie nicht gefressen?“ fragte die Löwin.

„Ich hatte keinen Hunger,“ war die Antwort des Löwen.

Dann legte er sich im hohen Grase zur Ruhe und tat so, als dächte er gar nicht mehr an die beiden. Und da er der vornehmste war, so folgten die andern Tiere seinem Beispiel. Trotzdem interessierten sie sich alle ungemein für die neuen Tiere.

Inzwischen wanderten der Zweifüßler und sein Weib weiter; und im Wandern erstaunten sie mehr und mehr über die Schönheit der Welt. Dabei hatten sie gar keine Ahnung davon, wieviel Aufsehen sie erregten, und sahen nicht, wie die Tiere heimlich ihren Spuren folgten. Aber wohin sie auch kamen, überall steckten die Bäume die Köpfe zusammen und flüsterten; die Vögel begleiteten sie über ihren Köpfen durch die Luft, und aus jedem Strauch starrten verwunderte Augen sie an.

„Hier wollen wir wohnen,“ rief der Zweifüßler aus und zeigte auf eine wunderschöne kleine Wiese, wo ein lieblicher Fluß zwischen Blumen und Gräsern dahinfloß.