Aufstand der Batāver unter Claudius Civīlis,
einem ihrer Häuptlinge aus fürstlichem Geschlecht. Die Aufständischen geben anfangs vor, nicht gegen das römische Reich, sondern gegen Vitellius und für Vespasianus zu kämpfen. Dadurch gelingt es ihnen, einen Teil der römischen Soldaten für sich zu gewinnen. Civilis schlägt die Römer wiederholt und dringt, durch beutelustige rechtsrheinische Germanen unterstützt, weit in Gallien vor. Ein großer Teil der gallischen Völkerschaften fällt ihm zu; es tritt der Plan hervor, ein unabhängiges gallisches Reich zu gründen. Nachdem aber die Herrschaft Vespasians in Rom befestigt ist, macht Petilius Cerialis, begünstigt durch die unter den verbündeten Völkern ausgebrochenen Zwistigkeiten, dem Aufstand ein Ende und unterwirft ganz Gallien wieder der römischen Herrschaft.
70. (Septbr.)
Titus erobert und zerstört Jerusalem nach langer, hartnäckiger Verteidigung. Schreckliches Strafgericht über die zum Osterfest dort zusammengekommenen Juden. Triumphbogen in Rom errichtet im Anschluß an andere Bauten Vespasians (Templum Pacis; Amphitheatrum Flavium, auch Colosseum genannt).
78.
Gn. Iulius Agricola, Schwiegervater des Geschichtschreibers Tacitus, wird Statthalter in Britannien. Dem Vespasian folgt sein Sohn
79–81.
Titus (Titus Flavius Vespasianus),
der die ihm entgegengebrachten Befürchtungen durch milde und sorgsame Regierung glänzend widerlegt (»amor et deliciae generis humani«).
79.