Karl der Jüngere bekämpft jenseits der Elbe die Dänen; ihr König Götrik befestigt das Danewerk (westlich von Schleswig) zum Schutz seiner Grenze, wird 810, als der Kaiser selbst gegen ihn zieht, von seinen Untertanen ermordet. 811 Friede mit seinem Nachfolger Hemming an der Eider. Bei diesen Expeditionen werden Hamburg und Itzehoe und nördlich von der Eider die Dänische Mark angelegt.
811.
Maifeld zu Aachen; dann besichtigt der Kaiser die in Boulogne zur Abwehr der Normannen gerüstete Flotte.
813.
Nach dem Tode der beiden älteren Söhne Karl und Pippin krönt Karl zu Aachen seinen jüngsten Sohn Ludwig als Nachfolger. Er stirbt daselbst, 72 Jahre alt, am 28. Januar 814. Sein Grab in dem von ihm dort erbauten Münster.
Grenzen des Frankenreiches: Ebro — Raab, Eider — Garigliano. Grenzmarken: die spanische und bretonische (S. 142) im Westen, die avarische und sorbische im Osten, die sächsische und dänische im Norden. Während seiner ganzen Regierung sorgt Karl d. Gr. für Gesetzgebung und Verwaltung. Aufzeichnung der noch ungeschriebenen Volksrechte (lex Saxonum); die in den verschiedenen Reichsteilen geltenden älteren Volksrechte der Franken, Westgoten, Burgunder, Alamannen, Bayern, Langobarden werden ergänzt durch die Capitularia, die bei den Versammlungen der geistlichen und weltlichen Großen (Placita, Conventus generales) verkündet werden. Aufsicht über die von den Bischöfen, Gaugrafen und Markgrafen (marchiones) geführte Verwaltung durch die Königsboten (missi regis, missi dominici); die Herzogswürde ist abgeschafft. Bei wachsender Ausbildung des Lehnswesens ruht doch die Hauptkraft des Heeres noch auf dem Heerbann der Freien; die ärmeren Freien werden geschützt gegen die Versuche der Großen, sie gewaltsam zu abhängigen Lehnsträgern zu machen.
Zur Förderung der Bildung im Frankenreiche werden ausländische Geistliche berufen, besonders der Angelsachse Alcuin, Abt von Tours. Hofschule zur Ausbildung tüchtiger Beamten; zahlreiche Klosterschulen (Fulda, St. Gallen). Paul, Warnefrieds Sohn (Paulus Diacŏnus) Geschichtschreiber der Langobarden; der Franke Einhard, Verfasser der Vita Carŏli imperatoris. Karl d. Gr. selbst bemüht sich um die Grammatik der deutschen Sprache, gibt den Monaten und den Winden deutsche Namen, läßt die alten Heldenlieder sammeln. Sorge für den Landbau (Capitulare de villis). Anlage eines Kanals von der Donau zum Main, 793 in Regensburg angeordnet, aber nicht vollendet. Residenzen des Herrschers die Pfalzen (palatia) zu Aachen, Ingelheim, Worms, Nimwegen, Heristal, Diedenhofen, Attigny u. a.
814–840.
Ludwig der Fromme. Die Reichsverwaltung wird zunächst in der von Karl d. Gr. begründeten Weise weitergeführt, doch wird der Einfluß der Geistlichen überwiegend. Ludwig läßt sich 816 in Reims nochmals vom Papste Stephan IV. krönen; sein ältester Sohn Lothar, schon 817 zum Mitregenten ernannt, übernimmt die Verwaltung Italiens und wird 823 in Rom zum Kaiser gekrönt.
826.