Zweiter Zug Ottos nach Frankreich bis Rouen, diesmal zur Unterstützung König Ludwigs IV., besonders gegen Hugo, den Herzog von Francien (beide seine Schwäger).

Die bedeutende Machtstellung, welche Otto errungen hat, legt es dem tatkräftigen Herrscher nahe, nun auch in die zerrütteten Verhältnisse Italiens einzugreifen.

951.

Erster Zug nach Italien (über den Brennerpaß) gegen Berengar von Ivrea (S. 158). Otto befreit und heiratet (in zweiter Ehe) die burgundische Königstochter Adelheid (s. S. 158). Er empfängt in Pavia die Huldigung der italischen Großen, Berengar unterwirft sich ihm als Vasall.

953.

Liudolf von Schwaben und sein Schwager Konrad von Lothringen empören sich gegen den König und verbinden

954.

sich mit den Ungarn, die durch Bayern und Franken bis nach Lothringen streifen. Sie werden nach hartem Kampfe besiegt und verlieren ihre Herzogtümer, sind fortan dem Könige getreu.

955. 10. Aug.

Sieg Ottos über die Ungarn auf dem Lechfelde bei Augsburg. Konrad, für den König kämpfend, fällt in der Schlacht. Die bayrische Ostmark (aus der später das Herzogtum Österreich hervorgeht) wird wiederhergestellt. Das Herzogtum Bayern geht nach dem Tode Heinrichs 955 auf dessen Sohn über (Heinrich der Zänker), in Schwaben regiert Heinrichs Schwiegersohn Burkhard; Lothringen verwaltet Ottos jüngster Bruder, Erzbischof Brun von Köln. Ottos Sohn Wilhelm ist Erzbischof von Mainz. So suchte Otto das Reich zu festigen, indem er die Herzogtümer seinen Verwandten gab. Zur Beaufsichtigung und Beschränkung der herzoglichen Gewalt setzte er überall Pfalzgrafen ein, die das Königsgut verwalteten.