966–972.
Dritter Zug nach Italien (über Chur und den Septimerpaß). Ottos Sohn, Otto II. (geb. 955), schon 961 als deutscher König gekrönt, empfängt in Rom die Kaiserkrone. Die Huldigung der Herzöge von Capua und Benevent (s. S. 152) gibt Anlaß zu Feldzügen nach Apulien gegen die oströmische Herrschaft. 968 Synode zu Ravenna; dort wird die Gründung des Erzbistums Magdeburg und der Bistümer Merseburg, Zeitz, Meißen beschlossen. Der Kaiser residiert längere Zeit in Pavia, schickt nach abermaligen Kämpfen in Apulien Gesandte nach Konstantinopel; 972 wird in Rom die Vermählung seines Sohnes Otto mit der oströmischen Prinzessin Theophano gefeiert. Apulien und Calabrien, Neapel und Salerno bleiben unter oströmischer, Capua und Benevent unter deutscher Herrschaft.
972.
Rückkehr nach Deutschland; Synode in Ingelheim, Fürstentag in Frankfurt. Im März 973 ist der Kaiser in Magdeburg, dann in Quedlinburg und Merseburg; er stirbt am 7. Mai 973 in Memleben, wird im Dom zu Magdeburg neben seiner ersten Gemahlin Editha bestattet.
Verfassung des deutschen Reiches: Wahlkönigtum; die Königsmacht beruht auf bedeutenden Reichsgütern in allen Teilen des Reiches, besonders in Franken und Sachsen, zu deren Verwaltung der König Pfalzgrafen ernennt. Keine feste Residenz; der König ordnet überall die wichtigen Angelegenheiten persönlich. Oberste Beamte sind die Herzöge, dem Könige ebenso zur Lehnstreue verpflichtet wie die ihnen untergeordneten Grafen und kleineren Vasallen. Da diese jedoch starke partikularistische Gelüste zeigen, so sucht der Kaiser die Reichseinheit später auf die Kirche zu gründen. Er stützt sich auf die nur von ihm ernannten Erzbischöfe und Bischöfe, welche bedeutende Reichslehen empfangen und nun einen neuen geistlichen Beamtenstand bilden, dessen Lehen nicht erblich sind. Diese vom Könige eingesetzten geistlichen Fürsten erweisen sich als bessere Stützen des Reiches, als die nach Erblichkeit der Lehen strebenden weltlichen Fürsten. Die Zahl der unabhängigen Freien ist vermindert; der Heerbann tritt allmählich zurück gegen das Lehnsaufgebot. Die Städte sind noch unbedeutend. Das Kaisertum gibt den deutschen Königen als obersten Herrschern über das römische Reich deutscher Nation Anspruch auf Oberhoheit über die benachbarten Länder und Schutzherrschaft über die Kirche.
973–983.
Otto II. erhält die von seinem Vater begründete Kaisermacht aufrecht. 974 Zug gegen Dänemark bis zum Danewerk, 976 Absetzung des aufständischen Herzogs Heinrich des Zänkers von Bayern. Bayern wird verkleinert durch Abtrennung des Herzogtums Kärnten mit der Mark Verona, sowie durch Errichtung einer Mark im Nordgau, nördlich von Regensburg. Die früher schon errichtete Mark Österreich erhält der Babenberger (s.S. 157) Luitpold. Herzog Boleslav von Böhmen huldigt 978 zu Magdeburg.
978.
König Lothar von Frankreich überfällt den Kaiser in Aachen, versucht Lothringen zu erobern, verzichtet aber darauf, nachdem Otto mit Heeresmacht bis Paris vorgedrungen ist.
980–983