3. Trojanischer Krieg.[11] Priămos, König von Troja oder Ilios; seine Gemahlin Hekăbe (Hekŭba). Von seinen Söhnen treten in der Sage hervor: Hektor (Gem. Andromăche) und Paris (Alexandros). Dieser entführt Helĕna, die Gemahlin des Menelāos von Sparta. Um sie zurückzuholen, vereinigen sich die edelsten Fürsten aller griechischen Gaue: des Menelāos Bruder Agamemnon von Mykēnä, Anführer der Griechen: Nestor von Pylos; Achilleus, König der Myrmidonen aus Phthia in Thessalien, Sohn des Peleus und der Nereïde Thĕtis; sein Freund Patroklos; Aias und Teukros, Söhne Telamons aus Salămis; der jüngere Aias des Oïleus Sohn, Anführer der Lokrer; Diomedes von Argos, des Tydeus Sohn; Odysseus von Ithăka, des Laërtes Sohn; Idomĕneus von Kreta, Enkel des Minos, u. a.

Bundesgenossen der Troer: Thraker, Päoner, Paphlagonier, Myser, Phryger, Lyder, Karer; die Lykier unter Sarpēdon und Glaukos; später die Amazonen unter ihrer Königin Penthesileia, die Äthiopen unter Memnon.

Abfahrt der Griechen vom böotischen Hafen Aulis (der Seher Kalchas; Opferung der Iphigeneia, welche nach Tauris entrückt wird). Schiffslager an der troischen Küste, Beutezüge in die Umgegend. Im zehnten Jahre Streit zwischen Agamemnon und Achilleus wegen der Sklavin Brisēis, Achilleus zieht sich vom Kampfe zurück. Die Troer dringen unter Hektors Führung siegreich in das Schiffslager ein, werden aber zurückgetrieben, als Achilleus, um den Tod des Patroklos zu rächen, wieder am Kampfe teilnimmt. Hektor von Achilleus getötet, dieser durch einen Pfeil des Paris. Das hölzerne Pferd auf Odysseus’ Rat gezimmert. Bei der Einnahme Trojas tötet Neoptolĕmos, Achills Sohn, den greisen Priamos. Aeneas entkommt, rettet seinen Vater Anchīses. Irrfahrten der heimkehrenden Helden (Odysseus).

Agamemnon wird nach der Rückkehr von seiner Gemahlin Klytämnestra und Aigisthos getötet; sein Sohn Orestes rächt ihn, wird von den Erinnyen, den strafenden Göttinnen der Unterwelt, verfolgt, in Athen auf dem Areopag freigesprochen, nachdem er seine Schwester Iphigeneia aus Tauris zurückgeführt hat. Er herrscht dann in Mykenä.

§ 2. Staaten und Kolonien.

Eine große Umwandlung trat ein durch die Wanderungen hellenischer Stämme. Die aus Epīrus in das nach ihnen benannte Land einwandernden Thessăler verdrängen die Böoter aus ihren Wohnsitzen in Arne; diese nehmen nach Unterwerfung der Kadmeer und Minyer die fortan nach ihnen benannte Landschaft Böotien in Besitz. Ebenso wandern die am Pindos in Thessalien ansässigen Dorier nach Süden; ein Teil von ihnen bleibt in dem Berglande Doris am Öta, die anderen ziehen, durch Ätōler verstärkt, bei Naupaktos über die Meerenge nach der Peloponnes. Diese

1104 (?)

dorische Wanderung

hat die Gründung dorischer Staaten zur Folge. Nach der Sage sind die Herakliden Tēmenos, Kresphontes, Aristodēmos Anführer der Dorier; Temenos wird König in Argos, Kresphontes in Messenien; die Söhne des Aristodemos, Eurysthĕnes und Prokles, herrschen gemeinsam in Sparta. Oxylos, Anführer der Ätōler, wird König in Elis. Ein Teil der älteren achäischen Bevölkerung zieht sich nach Achaja zurück und vertreibt die dort wohnenden Ionier, die sich nach Attika wenden, in Arkadien bleiben die alten Einwohner; dorisch dagegen werden, Korinth, Sikyon, Phlius, Epidauros, Megara, Ägina, Kreta.

1066 (?)