1810–1825.

Befreiungskrieg der spanischen Kolonien in Amerika.

Der Beginn des Kampfes gehemmt durch das Erdbeben von Caracas 1812; 1813 zieht Bolivar als Befreier in Caracas ein, muß dann vor den Spaniern nach Neu-Granada entweichen, wird 1819 zum Präsidenten der Bundesrepublik Colombia erwählt, befreit 1822 Quito, 1823–1824 Peru. Chile erklärt sich 1816, Argentina 1817 unabhängig, später auch Paraguay und Uruguay. In Mexiko tritt 1821 Iturbide als Kaiser Augustin I. auf, 1823 wird das Land Bundesrepublik, ebenso die 5 Staaten von Mittel-Amerika. England (Lord Canning leitender Minister Georgs IV.) erkennt zuerst die neuen Freistaaten an und schließt mit ihnen Handelsverträge. Die Vereinigten Staaten von Amerika (Präsident Monroe) erlassen 1823 die Erklärung, keine Einmischung Europas in die politische Gestaltung Amerikas dulden zu wollen (Monroe-Doktrin). Colombia teilt sich 1830 (Bolivar †) in die drei Republiken Neu-Granada (1861 wieder Colombia genannt), Venezuela, Ecuador.

Brasilien, bisher portugiesische Kolonie, wird 1822 unabhängiges Kaisertum unter Dom Pedro I., dem Sohne Johanns VI., letzterer kehrt nach Portugal zurück (vgl. S. 327). Sein jüngerer Sohn Dom Miguel erregt Unruhen in Portugal, um die Cortes zu beseitigen, herrscht nach dem Tode des Vaters (1826) gewalttätig und grausam, wird 1834 von Dom Pedro I. vertrieben. Dieser überläßt die Regierung Brasiliens seinem Sohne Pedro II., in Portugal setzt er seine Tochter Maria da Gloria ein, deren Gemahl Ferdinand von Sachsen-Koburg wird (S. 352). Verfassung vom Jahre 1826, abgeändert 1838.

1821–1829.

Griechischer Befreiungskrieg, vorbereitet durch die Hetärie einen 1814 von griechischen Kaufleuten in Odessa gestifteten Geheimbund zur Befreiung der Griechen von der türkischen Herrschaft. Fürst Alexander Ypsilanti (russischer General und Adjutant Kaiser Alexanders I.) an der Spitze eines Griechenaufstandes in der Moldau und Walachei (März-Juni 1821), wird geschlagen, rettet sich nach Österreich, wird 6 Jahre in Munkacz und Theresienstadt gefangen gehalten, † in Wien 1828.

1821. April.

Aufstand in Morea (Mainoten) und auf den Inseln. Wüten der Türken gegen die Griechen in Konstantinopel. Der Patriarch Gregorios aufgeknüpft.

1822.

Blutbad auf der Insel Chios, die Türken ermorden über 20000 Griechen. Kanaris verbrennt einen Teil der türkischen Flotte an der Küste von Chios. Der tapfere Widerstand der Griechen (Miaulis aus Hydra. Marcus Bozzaris u. a.) erregt überall Teilnahme. Freiwillige (Philhellenen) eilen aus Deutschland, Italien, Frankreich herbei; der englische Dichter Lord Byron landet mit zwei Schiffen bei der bedrohten Festung Missolunghi (1824); der Genfer Bankier Eynard organisiert die Hilfsvereine. Wilhelm Müllers Griechenlieder.