20. Okt.

Schlacht bei Navarin.

Die türkische Flotte wird von der englischen, französischen und russischen zerstört (»untoward event«). Französische Truppen landen in Morea, Ibrahim zum Abzug genötigt.

Russische Truppen besetzen 1828 die Donaufürstentümer, General Diebitsch überschreitet 1829 den Balkan und besetzt Adrianopel, während in Asien General Paskjewitsch Kars und Erzerum erobert.

Im Frieden zu Adrianopel 1829 erhält Rußland die Inseln vor der Donaumündung, in Asien das Gebiet von Achalzik südlich vom Kaukasus. Den Donaufürstentümern Serbien, Moldau, Walachei wird das Recht, christliche Statthalter (Hospodare) unter türkischer Oberhoheit zu wählen, bestätigt. Die Türkei erkennt im voraus die Beschlüsse der Londoner Konferenz an, welche 1830 die Unabhängigkeit Griechenlands aussprechen.

Graf Capodistrias (1814–22 russischer Minister) führt vorläufig als Präsident die Verwaltung; er wird 1831 in Nauplĭa, dem Sitz der Regierung, ermordet. Darauf erheben die Schutzmächte (England, Rußland, Frankreich) zum König von Griechenland den Sohn König Ludwigs I. von Bayern, Otto I., welcher 1832–1862 regiert, dann durch einen Aufstand vertrieben wird († 1867). Athen erhebt sich als Residenzstadt zu neuer Bedeutung.

Rußland beginnt, nachdem 1795 Derbent (S. 278) abermals besetzt, 1801 Georgien (S. 297) zur Provinz gemacht, 1813 die Südwestküste des Kaspischen Meeres mit Baku, 1827 Eriwan den Persern entrissen ist, langwierige Kämpfe zur Unterwerfung der Kaukasusvölker.

1829.

In England, wo 1820–1830 Georg IV. regiert, unter dem Ministerium des Herzogs von Wellington nach Aufhebung der Testakte (S. 270) Emanzipation der Katholiken, d. h. Zulassung derselben zum Parlament und zu Staatsämtern. Nach lebhaften Verhandlungen folgt 1832 unter König Wilhelm IV. (1830–1837) die Parlamentsreform; 56 kleine Orte verlieren das Wahlrecht, eine Anzahl von Grafschaften und größeren Städten wählt dafür fortan mehr Vertreter ins Unterhaus.

§ 3. Die Zeit von 1830–1848.