1856–1857.

Zerwürfnis zwischen dem Könige von Preußen und der Schweiz infolge einer Erhebung der königlich gesinnten Partei in Neuchâtel (Neuenburg) gegen die daselbst 1848 eingerichtete republikanische Verfassung (S. 274, 354). Unter französischer Vermittelung wird durch Freilassung der Gefangenen seitens der Schweiz und Verzichtleistung auf Neuchâtel durch den König von Preußen der Streit beigelegt.

1857. Okt.

Wegen schwerer Erkrankung König Friedrich Wilhelms IV. übernimmt sein Bruder Wilhelm, Prinz von Preußen, die Stellvertretung, ein Jahr darauf die Regentschaft.

Dänemark verzichtet auf Verlangen der am Ostseehandel beteiligten Staaten auf die fernere Erhebung des Sundzolls (S. 250) gegen eine Entschädigung von 30 Mill. dän. Talern.

1857–1858.

Aufstand in Ostindien, erst nach furchtbarem Blutvergießen von den Engländern unterdrückt. Die einheimischen Truppen (Sepoys), geführt von dem Großmogul Mohammed Bahadur Schah, verteidigen sich hartnäckig in der alten Residenzstadt Delhi, belagern die Engländer in Lucknow. Delhi wird erstürmt, Lucknow entsetzt. Nach Herstellung der Ruhe wird die Ostindische Kompagnie (S. 300) aufgelöst und die Verwaltung der englischen Krone übertragen; seitdem steht ein Vizekönig an der Spitze des Landes. 1876 nimmt die Königin Viktoria den Titel »Kaiserin von Indien« an.

1857–1860.

Englisch-französischer Krieg gegen China.

Veranlassung: Verletzungen des englisch-chinesischen Handelsvertrages von 1842 seitens der Chinesen führen im Oktober 1856 zu Feindseligkeiten zwischen den Engländern und den chinesischen Behörden von Kanton. Die französische Regierung, welche ebenfalls eine Änderung ihrer Handelsverträge mit China wünscht, schließt sich den englischen Forderungen an.