Napoleon III. unterstützt das Königreich Sardinien zu erneutem Angriff auf die Herrschaft Österreichs in Oberitalien (s. S. 356). (Orsinis Attentat und »Testament«.) Graf Cavour, Minister des Königs Viktor Emanuel II., verfolgt zugleich den Plan, den trostlosen Zuständen in den andern italienischen Staaten ein Ende zu machen und Italien politisch zu einigen.
1859.
Krieg Frankreichs und Sardiniens gegen Österreich. Napoleon III. übernimmt selbst den Oberbefehl über die französischen Truppen, zieht nach dem Siege bei Magenta (4. Juni, Gen. Mac-Mahon) zusammen mit Viktor Emanuel in Mailand ein.
24. Juni.
Schlacht bei Solferino (südlich vom Gardasee), 111000 Franzosen und 50000 Sardinier gegen 140000 Österreicher unter Kaiser Franz Joseph. Die feste Stellung der Österreicher wird erstürmt; sie ziehen sich in das Festungsviereck (Mantua, Peschiera, Verona, Legnago) zurück. Der Prinzregent von Preußen zur Hilfeleistung bereit, verlangt aber für sich den Oberbefehl über die gesamte deutsche Streitmacht und völlige Selbständigkeit. Österreich dagegen fordert von ihm Unterordnung unter die Befehle des Bundestages. Zusammenkunft der beiden Kaiser in Villafranca, dann Waffenstillstand von Villafranca (Juli) und (10. Nov.) Friede zu Zürich: 1. Österreich tritt die Lombardei (mit Ausnahme von Mantua und Peschiera) an Napoleon II. ab, der sie an Sardinien gibt. 2. Italien soll einen Staatenbund bilden unter dem Ehrenvorsitz des Papstes. 3. Die während des Krieges vertriebenen Herrscher von Toskana und Modĕna sollen wieder eingesetzt, die aufständischen Legationen (Bologna usw.) dem Papst zurückgegeben werden, aber »ohne fremde Intervention«.
Trotz dieser Bestimmungen des Züricher Friedens werden durch Volksabstimmung
1860.
Toskana, Parma (wo der Herzog gleichfalls hatte fliehen müssen), Modĕna und die päpstlichen Legationen mit der Monarchie Viktor Emanuels vereinigt, wogegen dieser Savoyen und Nizza an Frankreich abtreten muß.
Landung Garibaldis in Sicilien (11. Mai) mit 1000 Freiwilligen, deren Zahl sich schnell vermehrt. Palermo und Messina ohne großen Widerstand eingenommen. Er setzt nach dem Festlande über (20. Aug.); König Franz II. verläßt seine Hauptstadt Neapel und zieht sich mit 40000 Mann hinter den Volturno zurück. Unterdes waren sardinische Truppen in Umbrien und die Marken eingerückt. Der in päpstliche Dienste getretene französische General Lamoricière wird in dem
18. Sept.